Fall „Houris“: Die Staatsanwaltschaft beantragt den Freispruch von Kamel Daoud im Verleumdungsprozess.
Fall „Houris“: Die Staatsanwaltschaft beantragt den Freispruch von Kamel Daoud im Verleumdungsprozess.

Die Pariser Staatsanwaltschaft beantragte am Freitag den Freispruch des französisch-algerischen Schriftstellers Kamel Daoud, der von der Algerierin Saâda Arbane wegen Verleumdung verklagt wird. Sie wirft ihm vor, ihre persönliche Geschichte als Inspiration für seinen Roman verwendet zu haben. HourisDas Werk wurde mit dem Goncourt-Preis 2024 ausgezeichnet. Die Entscheidung des Pariser Strafgerichts wird am 8. September verkündet.

Der Fall ist Teil eines umfassenderen Streits, der den Autor seit mehreren Monaten gegen die 32-jährige Saâda Arbane aus Oran aufbringt. Arbane, eine Überlebende des Massakers während des algerischen Bürgerkriegs und ehemalige Patientin von Kamel Daouds Ehefrau, einer Psychiaterin, behauptet, der Schriftsteller habe Elemente ihrer persönlichen Geschichte für die Handlung seines Buches verwendet. Der Autor hat diese Anschuldigungen stets zurückgewiesen.

Eine Verleumdungsklage im Zusammenhang mit einem Interview

Die am Freitag untersuchten Vorgänge betrafen jedoch nicht unmittelbar den Inhalt des Romans. Saâda Arbane kritisiert Kamel Daoud für Äußerungen in einem Interview. Figaro Anfang April. In diesem Interview erklärte der Autor unter anderem: „Algier kann in Frankreich Anzeige gegen Kamel Daoud erstatten.“

Die Anwälte der Klägerin argumentierten, dass diese Formulierung ihre Mandantin trotz des Fehlens ihres Namens eindeutig identifiziere. Sie behaupteten, diese Aussage sei dazu bestimmt gewesen, sie als Sprachrohr der algerischen Behörden darzustellen und ihre Klage gegen den Täter zu diskreditieren.

Laut den Anwälten Colomba Grossi und William Bourdon stellte diese Aussage einen Angriff dar, der darauf abzielte, die Glaubwürdigkeit von Saâda Arbane zu untergraben, obwohl in Frankreich und Algerien mehrere Gerichtsverfahren bezüglich des Ursprungs der in [Jahr einfügen] entwickelten Erzählung anhängig sind. Houris.

Eine Verteidigung, die juristische Schikane anprangert

Kamel Daouds Verteidigung wies die Anschuldigungen zurück. Der Anwalt von FigaroDer Anwalt Christophe Bigot glaubte, dass diese Verleumdungsklage Teil einer Strategie sei, den medialen und juristischen Druck auf den Schriftsteller und seinen Roman zu erhöhen.

Die Anwältin des Autors, Jacqueline Laffont, verurteilte die Vielzahl der gegen ihren Mandanten eingeleiteten Gerichtsverfahren beidseits des Mittelmeers. Laut ihrer Aussage sei Kamel Daoud einer Form juristischer Schikane ausgesetzt, die darauf abziele, ihn moralisch, beruflich und finanziell zu zermürben.

Die Staatsanwaltschaft plädiert für einen Freispruch.

Während der Anhörung argumentierte die Staatsanwältin, dass es sich bei den fraglichen Äußerungen um Meinungsäußerungen handele und diese keine Verleumdung im juristischen Sinne darstellten. Sie wies insbesondere darauf hin, dass Saâda Arbane in der betreffenden Passage nicht hinreichend identifizierbar sei und ihm keine konkrete Handlung direkt zugeschrieben werde, die seinen Ruf hätte schädigen können.

Das Gericht muss diese Rechtsfrage nun am 8. September entscheiden. Diese Entscheidung wird mit großem Interesse verfolgt werden, da mehrere andere damit zusammenhängende Verfahren anhängig sind. Houris sind noch im Gange.

Parallel zu diesem französischen Fall gab Kamel Daoud im Frühjahr bekannt, dass er in Algerien nach einer Anzeige einer Organisation, die Terrorismusopfer vertritt, zu drei Jahren Haft verurteilt worden war. Die Verurteilung steht im Zusammenhang mit seiner Darstellung des algerischen Bürgerkriegs in seinem Roman – ein besonders heikles Thema in einem Land, in dem die öffentliche Diskussion über das „Schwarze Jahrzehnt“ streng reglementiert ist.

Gemeinschaft

Bemerkungen

Die Kommentarfunktion ist geöffnet, aber vor Spam geschützt. Beiträge und Kommentare mit Links werden manuell geprüft.

Sei der Erste, der diesen Artikel kommentiert.

Antworten Sie auf diesen Artikel

Kommentare werden moderiert. Werbebotschaften, automatisierte E-Mails und missbräuchliche Links werden blockiert.

Ihr erster Kommentar oder jede Nachricht, die einen Link enthält, wird möglicherweise erst nach Genehmigung veröffentlicht.