Ein neuer Schritt in der Behandlung von Legasthenie wurde unternommen. Die französische Gesundheitsbehörde (HAS) hat die Kostenübernahme für Poppins, eine Therapie-App für Kinder zwischen 7 und 11 Jahren mit dieser Lernstörung, befürwortet. Die Kostenübernahme durch die staatliche Krankenversicherung wird voraussichtlich ab September 2026 erfolgen, sofern ein Rezept von einem Arzt oder Logopäden vorliegt.
Die in Zusammenarbeit mit rund einhundert Sprachtherapeuten entwickelte App bietet kurze, spielerische Übungen zur Förderung des Lesens, Dekodierens und des Gedächtnisses. Die Nutzung ist auf 20 Minuten pro Tag, drei- bis fünfmal pro Woche, begrenzt. Eltern und medizinisches Fachpersonal können die Fortschritte des Kindes verfolgen.
Eine Ergänzung zur Rehabilitation
Die französische Gesundheitsbehörde (HAS) betont, dass Poppins die Sprachtherapie nicht ersetzt. Die App soll die traditionelle Sprachtherapie ergänzen und Kindern regelmäßiges Üben ermöglichen. Eine im Bericht zitierte klinische Studie zeigt eine durchschnittliche Verbesserung von 4,67 korrekt gelesenen Wörtern in zwei Minuten bei Kindern, die die App in Kombination mit Sprachtherapie nutzen.
Die Kostenübernahme ist auf Kinder im Alter von 7 bis 11 Jahren mit diagnostizierter Legasthenie beschränkt. Das Rezept ist drei Monate gültig und kann bei Bedarf verlängert werden. Obwohl erste Ergebnisse vielversprechend sind, wartet die HAS (Französische Nationale Gesundheitsbehörde) noch auf weitere Daten, insbesondere zur langfristigen Wirkung der App auf das Leseverständnis.
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