Psychische Gesundheit von Jugendlichen: Die Regierung will die Kinder- und Jugendpsychiatrie stärken und Zwangsmaßnahmen bis 2030 beenden.
Psychische Gesundheit von Jugendlichen: Die Regierung will die Kinder- und Jugendpsychiatrie stärken und Zwangsmaßnahmen bis 2030 beenden.

Angesichts der sich verschärfenden psychischen Probleme junger Menschen hat die Regierung neue Maßnahmen zur Verbesserung des Zugangs zu psychologischer Betreuung angekündigt. Diese Ankündigung erfolgt vor dem Hintergrund, dass die Einweisungen von Mädchen im Alter von 10 bis 14 Jahren wegen Suizidversuchen seit Beginn der Covid-19-Krise um mehr als 100 % gestiegen sind.

Die Situation ist besonders besorgniserregend im Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie, wo innerhalb von zehn Jahren fast ein Drittel des Personals abgebaut wurde. Heute berichten fast acht von zehn jungen Menschen von psychischen Problemen, während viele Familien aufgrund teils sehr langer Wartelisten und Fachkräftemangels Schwierigkeiten haben, einen Termin zu bekommen.

Ziel: Bis 2030 keine Zwangsmaßnahmen mehr in der Psychiatrie

In einem Interview mit franceinfo kündigte Gesundheitsministerin Stéphanie Rist zudem die Absicht der Regierung an, den Einsatz von Fixierungen in der psychiatrischen Versorgung schrittweise abzuschaffen. „Wir brauchen diesen starken politischen Willen, damit es in unserem Land bis 2030 keine Fixierungen mehr gibt. Wir müssen bis 2030 auf null Fixierungen hinarbeiten“, erklärte sie.

Diese Praxis, bei der Patienten in bestimmten Krisensituationen fixiert werden, ist Gegenstand wiederkehrender Debatten in der Ärzteschaft und bei Patientenorganisationen. Die Regierung möchte nun therapeutische Alternativen entwickeln und das Personal in psychiatrischen Einrichtungen aufstocken, um die Patientenversorgung zu verbessern und gleichzeitig die Rechte und die Würde der Patienten besser zu achten.

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