Der Präsident der SNCF, Jean Castex, hat eine umfassende Umstrukturierung der Führungsebene von SNCF Voyageurs angekündigt. Christophe Fanichet, der die Tochtergesellschaft seit ihrer Gründung im Januar 2020 geleitet hat, wird sein Amt niederlegen und eine neue Funktion innerhalb des Konzerns übernehmen. Ihm wird ein zweiköpfiges Führungsteam unterstellt: Laurent Trevisani wird den Verwaltungsrat leiten, und Jean-Aimé Mougenot wird zum Vorstandsvorsitzenden ernannt.
Laut SNCF zielt diese Umstrukturierung darauf ab, „neue Dynamik und strategische Ausrichtung zu schaffen“. Jean Castex lobte Christophe Fanichets Leistungen und bekräftigte sein Vertrauen in ihn, räumte aber gleichzeitig die Notwendigkeit ein, die Organisation der Tochtergesellschaft in einem Umfeld anzupassen, das durch die zunehmende Öffnung des Schienenverkehrs für den Wettbewerb gekennzeichnet ist.
Eine neue Organisation wird im Jahr 2027 erwartet.
Die SNCF plant, Anfang 2027 eine neue Organisationsstruktur einzuführen, die auf den Prinzipien der Dezentralisierung, der Leistungsfähigkeit und der Konzerneinheit basiert. Dieser Plan wird das Projekt „Ziel 2030“ ablösen, das zuvor von Christophe Fanichet geleitet wurde und die Transformation von SNCF Voyageurs sowie die Entwicklung der im Zuge der Marktliberalisierung gegründeten regionalen Tochtergesellschaften unterstützen sollte.
SNCF Voyageurs, gegründet im Zuge der Bahnreform von 2018, umfasst alle Personenverkehrsaktivitäten des Konzerns, von TGVs und TERs bis hin zu Intercités, Transilien und Nachtzügen. Obwohl die Tochtergesellschaft insbesondere auf den TGV-Strecken ein starkes Fahrgastwachstum verzeichnete, sieht sie sich auch wiederkehrender Kritik an der Servicequalität auf bestimmten Strecken und Arbeitskonflikten im Zusammenhang mit ihrer Umstrukturierung ausgesetzt.
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