Discord hat seine Live-Video-Streaming-Funktionen in Brasilien nach einer Entscheidung der Nationalen Datenschutzbehörde vorübergehend eingestellt. Diese Maßnahme erfolgt im Rahmen der Ermittlungen zum Tod eines 13-jährigen Mädchens, das während eines Livestreams auf der Plattform mutmaßlich zur Selbstverletzung und anschließend zum Suizid angestiftet wurde.
Die brasilianischen Behörden hatten Discord eine Frist bis Montag, den 17. August, gesetzt, um seinen Dienst auszusetzen. Die Aussetzung bleibt so lange in Kraft, bis das Unternehmen die Umsetzung angemessener technischer, sicherheitsrelevanter und organisatorischer Maßnahmen zur Bewältigung der identifizierten Risiken nachweist. Text- und Sprachnachrichten sind für brasilianische Nutzer weiterhin verfügbar.
Sechs Personen nach dem Unglück festgenommen
Die Polizei gab an, dass der Jugendliche, der im zentralwestlichen Brasilien lebte, etwa 45 Minuten lang von anderen Nutzern belästigt worden sein soll. Im Zuge der Ermittlungen wurden Anfang August fünf Jugendliche und ein Erwachsener festgenommen. Ihre genaue Rolle wird von den Gerichten geklärt.
Discord beteuert, jegliche Form der Anstiftung zu Gewalt abzulehnen und versichert, dass seine Warnsysteme die Übertragung vor dem Tod des Mädchens unterbrochen hätten. Brasilianische Behörden kritisieren die Plattform jedoch für die Verwendung fehlerhafter automatisierter Moderationssysteme. Das Unternehmen gibt an, weiterhin mit den Behörden im Gespräch zu sein, um seine Schutzmechanismen zu verbessern und die Videofunktion in Brasilien möglicherweise zu einem späteren Zeitpunkt wiederherzustellen.
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