Édouard Philippe will die Wiedereinführung der Einwanderungskontrolle in Mayotte zu einer nationalen Priorität machen. Am Vorabend seines zweitägigen Besuchs auf dem Archipel versprach der Präsidentschaftskandidat der Partei Horizonte für die Wahlen 2027, die Einwanderung in das Departement vollständig zu stoppen. Er ist der Ansicht, dass die Bevölkerungsdichte und die wirtschaftlichen Schwierigkeiten nun außergewöhnliche Maßnahmen erfordern.
Der ehemalige Premierminister hat unter anderem zugesagt, die Registrierung aller neuen Asylanträge in Mayotte für die Dauer der nächsten fünfjährigen Amtszeit auszusetzen. Er bekräftigte sein Bekenntnis zum Asylrecht, ist aber der Ansicht, dass das Gebiet unter den gegenwärtigen Bedingungen keine Neuankömmlinge mehr aufnehmen kann. Mayotte hatte am 1. Januar 2026 rund 323.000 Einwohner, von denen fast die Hälfte ausländische Staatsangehörige waren, vorwiegend von den Komoren.
In Ostafrika wird die Einrichtung eines Rückkehrzentrums erwogen.
Er plant außerdem die Einrichtung eines „französischen Rückführungszentrums“ in Ostafrika, um undokumentierte Einwanderer aus Mayotte schnellstmöglich abzuschieben. Dieser Vorschlag zielt insbesondere auf Migranten aus der Region der Großen Seen ab, die zunehmend über die Komoren auf den Archipel gelangen. Der Kandidat verurteilt diese neue Migrationsroute, da sie seiner Ansicht nach die ohnehin schon unkontrollierbare Lage vor Ort weiter verschärfen wird.
Der Präsident von Horizons schlägt zudem eine mehrjährige, vollständige Aussetzung des Geburtsortsprinzips in Mayotte vor, nachdem dieses durch ein 2025 verabschiedetes Gesetz verschärft wurde. Er plädiert außerdem für ein Moratorium für Familienzusammenführung und die verschiedenen legalen Wege zur Einreise in das Departement während der gesamten fünfjährigen Amtszeit des Präsidenten. Édouard Philippe besucht Mayotte am Freitag und Samstag, bevor er nach Réunion weiterreist. Dort will er zwei Prioritäten präsentieren: die Kontrolle über die Einwanderung zurückzugewinnen und den Wiederaufbau sowie die Entwicklung wichtiger Infrastrukturprojekte nach dem Zyklon Chido zu beschleunigen.
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