Drei Polizisten aus Marseille haben Anzeige wegen Missachtung des Parlaments gegen Sébastien Delogu, Abgeordneter der Partei La France Insoumise für das Département Bouches-du-Rhône, erstattet. Die Beamten waren zu einem Einsatz in der Residenz des Abgeordneten gerufen worden, um einen Verdächtigen im Zusammenhang mit dem Diebstahl einer Luxusuhr festzunehmen. Berichten zufolge kam es dabei zu einer Auseinandersetzung zwischen den Beamten und dem Politiker.
Laut einer Polizeiquelle soll Sébastien Delogu die Intervention behindert und erklärt haben, er sei „die Republik“. Die Staatsanwaltschaft Marseille hat Ermittlungen eingeleitet, um den genauen Hergang der Ereignisse zu klären. Die von der Polizei erhobenen Vorwürfe werden vom Abgeordneten bestritten und sind noch nicht gerichtlich geprüft worden.
Der Anwalt des Abgeordneten kündigt eine Beschwerde gegen die Polizeibeamten an.
Anwalt Yones Taguelmint schildert den Vorfall völlig anders. Seinen Angaben zufolge war sein Mandant gegen 15:30 Uhr auf dem Heimweg, als er einen Mann bemerkte, der die Haustür am Schließen hinderte. Sébastien Delogu soll ihn aufgefordert haben, sich auszuweisen, ohne eine Antwort zu erhalten. Delogu habe nicht gewusst, dass es sich bei dem Mann um einen Polizisten im Ruhestand handelte. Sein Anwalt erklärt, er beabsichtige, Anzeige wegen angeblicher körperlicher und verbaler Misshandlung durch die Beamten zu erstatten.
Dieser neue Fall ereignet sich kurz bevor Sébastien Delogu am 21. Oktober vor dem Strafgericht Marseille in einem anderen Fall wegen der Verbreitung persönlicher Daten aus gestohlenen Dokumenten in sozialen Medien erscheinen soll. Der Abgeordnete wurde zudem im Februar 2025 wegen Gewalttaten während einer Schulblockade zu einer Geldstrafe von 5.000 Euro verurteilt. Im aktuellen Fall gilt weiterhin die Unschuldsvermutung.
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