Die Gewerkschaft der nationalen Polizeikommissare reagierte scharf auf den Brief, den Gérald Darmanin am 29. Juli an Innenminister Laurent Nuñez geschickt hatte. In dem Schreiben werden mehrere Mängel bei der Bearbeitung von Ermittlungen zu sexueller Gewalt gegen Kinder aufgeführt.
Der Justizminister weist ausdrücklich auf einen erheblichen „Phantom-Rückstand“ von Fällen hin, die von Polizei und Gendarmerie nicht an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet wurden. In dem Schreiben werden 1.275 Fälle genannt, die der Justiz in Nîmes unbekannt sind, 905 in Caen und etwa fünfzehn Fälle, die in Bourges offenbar verloren gegangen sind.
„Eine Beleidigung“ für die Ermittler
Frédéric Lauze, Generalsekretär der Gewerkschaft, bezeichnete das Dokument als „Beleidigung“ und „Schlag“ gegen die Polizei. Er warf dem ehemaligen Innenminister Gérald Darmanin vor, sich trotz seiner langjährigen Tätigkeit an der Spitze der Polizei jeder Verantwortung entziehen zu wollen.
Der Gewerkschaftsvertreter führt diese Schwierigkeiten auf Ressourcenmangel, die Komplexität der Strafverfahren und den Bearbeitungsstau von fast drei Millionen Fällen zurück. Seiner Ansicht nach hätte ein unabhängiger Bericht auch die Verantwortung der Justiz und der politischen Führung für die beobachteten Verzögerungen untersucht.
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