Die Verhandlung vor dem Strafgericht des Départements Eure begann am Mittwochmorgen unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Drei Tage lang wird sich das Gericht gegen den 63-jährigen Anästhesisten und Intensivmediziner Mohamad Mansour von der Pasteur-Klinik in Évreux verantworten. Ihm wird vorgeworfen, am 18. Juni 2020 während einer Sprechstunde zwei Patientinnen vergewaltigt und eine dritte sexuell belästigt zu haben. Das Urteil wird am Freitag erwartet.
Die mutmaßlichen Vorfälle folgen einem ähnlichen Muster: Nach allgemeinen Fragen soll der Arzt intime Fragen gestellt und anschließend ein medizinisches Risiko als Vorwand genutzt haben, um ohne Einwilligung der Patientinnen, die sich vor einer Operation beraten lassen wollten, eine gynäkologische Untersuchung ohne Handschuhe durchzuführen. Eine der Betroffenen, die 35-jährige Emma, sagte aus: „Er führte seine Finger in meine Vagina ein, trug keine Handschuhe und starrte zur Decke, als würde er mich tatsächlich untersuchen.“
Nachdem ihm sein Berufsstatus aberkannt und er landesweit suspendiert wurde, erscheint er als freier Mann vor Gericht.
Der Arzt wurde daraufhin vom Ärztekammerrat aus dem Register gestrichen und im Juni 2025 von der regionalen Gesundheitsbehörde der Normandie im gesamten Staatsgebiet suspendiert. Diese administrativen Sanktionen, die fünf Jahre nach den Ereignissen verhängt wurden, hinderten ihn nicht daran, als freier Mann vor Gericht zu erscheinen.
Ihm drohen zwanzig Jahre Haft. Der Fall ist Teil eines juristischen und legislativen Kontextes, in dem sexuelle Gewalt im medizinischen Bereich zunehmend Aufmerksamkeit erregt, nachdem mehrere Skandale die Mängel in der Kontrolle von Angehörigen der Gesundheitsberufe aufgezeigt haben.
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