Verunreinigtes Mineralwasser: Die Gerichte stehen vor den Toren der Perrier- und Vittel-Werke.
Verunreinigtes Mineralwasser: Die Gerichte stehen vor den Toren der Perrier- und Vittel-Werke.

Am Dienstag, dem 19. Mai, wurden Razzien an mehreren Standorten von Nestlé Waters durchgeführt, darunter in der traditionsreichen Perrier-Fabrik in Vergèze (Département Gard) und im Analyselabor in Vittel (Département Vosges). Diese Maßnahmen sind Teil einer gerichtlichen Untersuchung der Abteilung für öffentliche Gesundheit der Pariser Staatsanwaltschaft, die nach einer Betrugsanzeige der Nichtregierungsorganisation Foodwatch gegen den Konzern eingeleitet wurde. Rund 40 Beamte der Generaldirektion für Wettbewerbspolitik, Verbraucherschutz und Betrugsbekämpfung (DGCCRF) waren für diese unangemeldeten Kontrollen im Einsatz, die sich auch gegen das Forschungs- und Entwicklungszentrum des Schweizer Konzerns richteten.

Nestlé Waters wird vorgeworfen, verbotene Behandlungsmethoden an mit Bakterien und Spuren von Chemikalien verunreinigtem Wasser angewendet zu haben, obwohl natürliche Mineralwässer laut Gesetz direkt an der Quelle rein sein müssen. Die Untersuchung soll klären, ob diese Verfahren eine Irreführung hinsichtlich der Qualität des vom Konzern vermarkteten Wassers darstellen. Auf Anfrage mehrerer Medien bestätigte die Kommunikationsabteilung von Nestlé Waters die Vorgänge und erklärte, man kooperiere „vollumfänglich mit den zuständigen Behörden“.

Ein Skandal, der bereits 2024 aufgedeckt werden könnte, die laufenden Gerichtsverfahren beschleunigen sich

Anfang 2024 deckten Le Monde und die Investigativabteilung von Radio France den Einsatz illegaler Filtrationsmethoden, darunter Aktivkohle und UV-Licht, an Standorten in den Regionen Gard und Vosges auf. Diese Enthüllungen lösten in der Mineralwasserindustrie einen Schock aus und veranlassten die Gesundheitsbehörden zu eigenen Kontrollen sowie die Gesetzgeber, die Grenzwerte für abgepacktes Wasser zu überarbeiten.

Im Dezember 2025 genehmigte die Präfektur Gard Nestlé Waters unter bestimmten Auflagen den Weiterbetrieb zweier natürlicher Mineralwasserquellen am Standort Vergèze. Die Razzien vom Dienstag markieren eine neue Phase in dem Rechtsstreit, der das Versprechen großer Mineralwassermarken – die natürliche Reinheit direkt an der Quelle, garantiert ohne jegliche Aufbereitung – infrage stellt.

Gemeinschaft

Bemerkungen

Die Kommentarfunktion ist geöffnet, aber vor Spam geschützt. Beiträge und Kommentare mit Links werden manuell geprüft.

Sei der Erste, der diesen Artikel kommentiert.

Antworten Sie auf diesen Artikel

Kommentare werden moderiert. Werbebotschaften, automatisierte E-Mails und missbräuchliche Links werden blockiert.

Ihr erster Kommentar oder jede Nachricht, die einen Link enthält, wird möglicherweise erst nach Genehmigung veröffentlicht.