Ysoufou Traoré, der Bruder von Adama Traoré, wurde vom Pariser Strafgericht zu acht Monaten Haft verurteilt, die er unter Hausarrest mit elektronischer Fußfessel verbüßen soll. Ihm wurde vorgeworfen, Polizisten bei einer verbotenen Kundgebung im Juli 2023 zum Gedenken an seinen Bruder beleidigt und angegriffen zu haben. Sein Anwalt, Yassine Bouzrou, kündigte Berufung an und bezeichnete das Urteil als „Justizfarce“. Assa Traoré sprach von einer „Hexenjagd“ gegen ihre Familie.
Die Richter befanden den Angeklagten in mehreren Anklagepunkten für schuldig und stellten fest, dass die als Beweismittel vorgelegten Videos einen Gewaltakt gegen einen Polizeibeamten zeigten. Zusätzlich zu seiner Haftstrafe muss Ysoufou Traoré mehreren Polizeibeamten Schadenersatz zahlen. Während seines Prozesses Anfang Juni hatte er alle Anschuldigungen zurückgewiesen und behauptet, niemals Polizeibeamte angegriffen zu haben.
Eine Verhaftung inmitten hoher Spannungen
Die Ereignisse datieren vom 8. Juli 2023, wenige Tage nach den Unruhen infolge von Nahels Tod. Die Behörden hatten die jährliche Gedenkveranstaltung für Adama Traoré verboten, der 2016 nach seiner Festnahme durch Polizisten ums Leben gekommen war. Trotz dieses Verbots hielten die Organisatoren an ihrem Aufruf fest, sich auf der Place de la République in Paris zu versammeln.
Die Staatsanwaltschaft warf Ysoufou Traoré vor, einen Polizeikommissar beleidigt, einen Polizisten in die Brust geschlagen und sich in der Nähe des Bahnhofs Gare de l'Est gewaltsam seiner Festnahme widersetzt zu haben. Er wurde bei der Festnahme verletzt und erhielt zehn Tage Krankenurlaub, insbesondere wegen eines Nasenbeinbruchs. Seine Beschwerde bei der Generalinspektion der Nationalpolizei (IGPN) wurde später abgewiesen.
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