Die Brandsituation wird als "ziemlich angespannt" Premierminister Sébastien Lecornu berief am Donnerstag in Marseille einen ressortübergreifenden Krisenstab ein. Seit Beginn der Brandsaison wurden in Frankreich bereits 7.000 Brände registriert und 8.700 Hektar Land verbrannt. Der Regierungschef beschrieb die Brände als "verfrüht" Im Vergleich zu den Vorjahren kehrt die Hitze in den Süden des Landes zurück. Trotzdem wird voraussichtlich an diesem Wochenende keine Region als rote Zone eingestuft. Das Krisentreffen dient dazu, die anhaltenden Brände zu beurteilen, die Lage in den kommenden Tagen abzuschätzen und die Einsatzkräfte in den am stärksten gefährdeten Gebieten zu koordinieren.
In der Region Aude wurde das Feuer vom Wind angefacht.
Der Brand bei Pouzols-Minervois gibt weiterhin Anlass zu großer Sorge. Durch den Wind hat sich das Feuer, insbesondere an seiner rechten Flanke, die nun die vorderste Linie bildet, weiter ausgebreitet. Es bewegt sich in Richtung der Ortschaften Paraza und Sainte-Valière. Bis 14:30 Uhr waren in den Départements Hérault und Aude bereits fast 900 Hektar abgebrannt. Die Wetterbedingungen bleiben ungünstig; im Lagebericht für den Nachmittag werden Windböen mit bis zu 70 km/h erwartet.
690 Feuerwehrleute und umfangreiche Luftunterstützung im Einsatz
Am Boden bekämpfen 690 Feuerwehrleute den Brand am Aude River. Zum Einsatz kommen vier Canadair-Löschflugzeuge, ein Dash 8 und zwei Löschhubschrauber. Drei weitere Verstärkungskolonnen von außerhalb des Zuständigkeitsbereichs sind ebenfalls unterwegs. Die Behörden bitten die Bevölkerung, die betroffenen Gebiete zu meiden, um die Rettungsdienste nicht zu behindern. Anwohner werden gebeten, den Anweisungen der Feuerwehr Folge zu leisten und die Notrufleitungen nicht zu überlasten.
Die Hitzewelle setzt der Vegetation zu.
Julien Marion, Generaldirektor für Zivilschutz und Krisenmanagement, betonte die direkten Auswirkungen der Hitzewelle auf die Vegetation. Dürre, Wind und hohe Temperaturen erhöhen die Wahrscheinlichkeit von Bränden und beschleunigen deren Ausbreitung. Die Behörden weisen zudem darauf hin, dass neun von zehn Bränden von Menschen verursacht werden. Risikoreiches Verhalten wie weggeworfene Zigarettenkippen, Arbeiten, die Funken erzeugen, und unkontrollierte Feuer oder Grills können in ohnehin gefährdeten Gebieten Brände auslösen.
Narbonne, Canet, Bouches-du-Rhône: mehrere aktive Fronten
In Narbonne brach in der Nähe von La Nautique ein weiterer Brand aus. Zwei Häuser brannten nieder, zwei weitere wurden beschädigt, und zwölf Personen wurden evakuiert. In den Pyrénées-Orientales brach zwischen Canet-en-Roussillon und Sainte-Marie-la-Mer, nahe der Campingplätze, ein Feuer aus. Evakuierungen wurden durchgeführt, insbesondere im Bereich der Campingplätze Le Brasilia, La Sainte Marie und Marina. Die Straße RD81 wurde zwischen Torreilles und Canet-en-Roussillon gesperrt, um die Einsatzkräfte zu unterstützen. Im Département Bouches-du-Rhône sind die Feuerwehrleute weiterhin im Raum Lançon-Provence im Einsatz. Ein Brand hat 260 Hektar Land nördlich von Marseille zerstört, während ein zweiter Brand in Rognac nach der Zerstörung von 40 Hektar unter Kontrolle gebracht werden konnte. Mehr als 250 Feuerwehrleute und zwei Canadair-Löschflugzeuge wurden in die Region Lançon-Provence entsandt.
Die Behörden mahnen zu äußerster Vorsicht.
Der Schutz der Bevölkerung und die Eindämmung der verbleibenden Brände haben weiterhin oberste Priorität. Die Rettungsdienste bitten die Bevölkerung dringend, die betroffenen Gebiete zu meiden, Straßen freizuhalten, den Anweisungen der örtlichen Behörden Folge zu leisten und die Rettungsdienste umgehend zu alarmieren, falls ein Feuer ausbricht. Die nächsten Stunden sind entscheidend, insbesondere im Departement Aude, wo der Wind die Löscharbeiten weiterhin behindert. In mehreren Departements im Süden werden die Einsatzkräfte verstärkt, da die Hitze, die trockene Vegetation und die Zunahme von Waldbränden die Region zusätzlich belasten.