Bombenanschlag in Monaco: Die gesuchte Verdächtige ist tatsächlich eine Frau.
Bombenanschlag in Monaco: Die gesuchte Verdächtige ist tatsächlich eine Frau.

Die Ermittlungen zum Bombenanschlag in Monaco haben eine neue Wendung genommen. Die gesuchte Person ist nicht, wie erste Bilder vermuten ließen, ein Mann, sondern eine Frau in ihren Dreißigern. Überwachungsaufnahmen zeigen die Verdächtige in sehr unauffälliger Kleidung: einem dicken schwarzen Hut, einer schwarzen Weste, einer weißen Hose und weißen Turnschuhen. Die Beweislage deutet darauf hin, dass sie sich möglicherweise verkleidet hat, um männlich zu wirken und die Ermittler in die Irre zu führen.

Eine Frau, nach der aktiv gesucht wird

Die Verdächtige ist vermutlich Ukrainerin und lebt in Deutschland. Sie konnte Berichten zufolge durch die Aussage einer Zeugin identifiziert werden, die Kontakt zu ihr hatte. Nach dem Vorfall soll sie zunächst nach Beausoleil, einer französischen Stadt in der Region Alpes-Maritimes an der Grenze zu Monaco, gereist sein. Die Ermittler prüfen auch die Möglichkeit, dass sie in ein Nachbarland gereist sein könnte.

Erkundung vor dem Abstellen der Tasche

Am Tag des Anschlags unternahm die Frau Berichten zufolge mehrere Erkundungsgänge in der Gegend. Kurz vor 21 Uhr entdeckte sie die ukrainische Familie, die ihr Ziel war, in der Nähe des Place des Moulins und beschloss, ihr zu folgen. Sie ging angeblich vor ihnen her und positionierte sich etwa zehn Meter vor ihrem Wohnhaus. Dort angekommen, stieg sie die drei Stufen zum Eingang hinauf und deponierte einen Sprengstoffbeutel am Fuße des Gebäudes. Anschließend verließ sie den Ort fluchtartig, kehrte aber noch einmal um, um zu überprüfen, ob die Familie das Gebäude betreten hatte.

Die ukrainische Route wird bevorzugt.

Die Ermittler konzentrieren sich weiterhin auf die Verbindung zur Ukraine. Die untersuchte Hypothese lautet, dass der Anschlag mit dem ukrainischen Geheimdienst SBU in Verbindung steht.

Das beabsichtigte Opfer ist Vadim Ermolaev, ein wohlhabender Geschäftsmann, der seit 2021 in Monaco lebt. Er hatte sich von seinem Herkunftsland Ukraine distanziert, indem er 2019 einen zypriotischen Pass annahm. Seit Dezember 2023 unterliegt er Sanktionen aus Kiew. Sein Profil könnte das Interesse der Ermittler an einer Verbindung zur Ukraine erklären. Die Ermittlungen sollen nun klären, ob es sich bei dem Anschlag um eine Abrechnung, einen gezielten Anschlag oder eine aus dem Ausland gesteuerte Tat handelte.

Eine sensible und internationale Untersuchung

Der Fall reicht mittlerweile über Monaco hinaus. Die Verdächtige könnte nach dem Anschlag nach Frankreich eingereist und anschließend in ein anderes Land geflohen sein. Die Behörden müssen daher ihren genauen Fluchtweg rekonstruieren, mögliche Komplizen identifizieren und klären, ob sie allein oder im Auftrag handelte. Videoaufnahmen von Überwachungskameras, Zeugenaussagen und Standortdaten sind für die Ermittlungen von zentraler Bedeutung.

Ein im Voraus ausgearbeitetes Szenario

Erste Erkenntnisse deuten auf eine geplante Tat hin: Aufklärung, Observation der Familie, Abstellen der Tasche vor dem Gebäude, rasche Abreise und möglicherweise Flucht aus Monaco. Die Tatsache, dass die Verdächtige ihr Aussehen verändern konnte, bestärkt die Annahme einer vorsätzlichen Tat. Die Ermittler versuchen nun herauszufinden, wie lange sie die Familie observiert hatte und woher sie deren Gewohnheiten kannte.

Ein Verdächtiger ist weiterhin auf der Flucht.

Die identifizierte Frau wird weiterhin aktiv gesucht. Ihr Profil, ihre Reiseroute und mögliche Verbindungen zur Ukraine oder zu ausländischen Netzwerken sind zentral für die Ermittlungen. Die Untersuchung muss klären, ob sie lediglich die Bombe platziert hat oder ob sie eine umfassendere Rolle bei der Organisation des Anschlags spielte. Fest steht: Der Fall hat eine deutlich ernstere Dimension angenommen, da eine Verdächtige identifiziert wurde, eine mögliche Flucht aus Monaco stattgefunden hat und nun eine Verbindung zur Ukraine im Vordergrund steht.