Das ehemalige schwedische Model Ebba Karlsson verklagt den französischen Staat wegen angeblicher Verzögerungen bei den französischen Ermittlungen im Fall Epstein. Sie wirft der Justiz insbesondere vor, Daniel Siad vor seinem Tod am 20. Juli in seinem Haus in Colombes nicht befragt zu haben.
Ebba Karlsson erstattete im Februar 2026 in Paris Anzeige gegen ihn wegen Vergewaltigung und Menschenhandel. Daniel Siad, der als mutmaßlicher Anwerber für Jeffrey Epstein auftrat, wies die Anschuldigungen zurück. Sein Tod führte zur Einstellung des Verfahrens und verhinderte eine gerichtliche Auseinandersetzung der Klägerin.
Die im Februar eingeleiteten Ermittlungen dauern an
Ebba Karlsson behauptet, Daniel Siad habe sie von Schweden nach Monaco und anschließend nach Frankreich gebracht und ihr dort eine Modelkarriere versprochen. Sie wirft ihm vor, sie in einem Haus in Cannes vergewaltigt und sie anschließend zu Gérald Marie, dem ehemaligen Chef der Agentur Elite, gebracht zu haben, den sie ebenfalls der Vergewaltigung beschuldigt. Marie weist die Vorwürfe zurück. Das ehemalige Model fordert eine umgehende Vernehmung von Gérald Marie. Sie behauptet, Paris sei ein Zentrum des Jeffrey Epstein zugeschriebenen Sexhandels gewesen, insbesondere durch Jean-Luc Brunel und Gérald Marie.
Der Verein „Unschuld in Gefahr“, der mehrere Kläger unterstützt, hat den Staat ebenfalls verklagt, um die Verzögerungen im Verfahren anzuprangern. Mit dieser Klage soll ein mögliches Versagen der Justiz aufgedeckt werden. Die Pariser Staatsanwaltschaft versichert, dass die am 18. Februar eingeleiteten Ermittlungen wegen Menschenhandels durch eine organisierte Gruppe und krimineller Vereinigung andauern. Vor seinem Tod war Daniel Siad Gegenstand von Ermittlungsmaßnahmen, darunter Telefonüberwachung. Laut Staatsanwaltschaft rechtfertigten die damals gesammelten Beweise jedoch keine sofortige Festnahme.
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