Die griechische Polizei gab am Montag die Festnahme von 20 Personen auf Kreta im Rahmen von Ermittlungen wegen mutmaßlichen Betrugs im Zusammenhang mit EU-Agrarsubventionen bekannt. Der Fall erhöht den politischen Druck auf die Regierung von Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis.
Laut den Behörden gehörten die Verdächtigen einem Netzwerk an, das beschuldigt wird, durch falsche Angaben zu landwirtschaftlichen Flächen illegal europäische Subventionen erhalten zu haben. Zu den Betroffenen zählen Buchhalter und Regierungsangestellte, die im Verdacht stehen, die betrügerischen Anträge ermöglicht zu haben.
Die Polizei schätzt, dass die Gruppe seit 2019 mehr als drei Millionen Euro an illegalen Einnahmen generiert hat.
Dieser Fall ist Teil eines umfassenderen Skandals um die Verwendung europäischer Agrarfördermittel in Griechenland. In den letzten Monaten hat die Europäische Staatsanwaltschaft mehrere Ermittlungen wegen des Verdachts der Veruntreuung von EU-Subventionen eingeleitet.
Im vergangenen Jahr wurden Dutzende griechische Bauern angeklagt, weil sie Eigentumsurkunden gefälscht hatten, um europäische Subventionen für Weideland zu erhalten. Auch Politiker und Beamte waren in mehreren Fällen verwickelt.
Der Skandal löste in Griechenland heftige politische Kontroversen aus, die zu Ministerrücktritten und Forderungen der Opposition nach Neuwahlen führten. Im April beschloss das griechische Parlament, die Immunität von 13 Mitgliedern der regierenden konservativen Partei aufzuheben, um gerichtliche Ermittlungen gegen sie zu ermöglichen.
Die griechischen Behörden setzen ihre Ermittlungen fort, um das genaue Ausmaß des Betrugs zu ermitteln und weitere mögliche Nutznießer der veruntreuten Gelder zu identifizieren.
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