Laut offiziellen Ergebnissen erzielten die extreme Rechte und mehrere neue politische Bewegungen bei den Parlamentswahlen am Sonntag in Zypern deutliche Zugewinne. Die Wahl könnte die politische Landschaft des Landes im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen 2028 grundlegend verändern.
Die rechtsextreme Partei ELAM, die als der ehemaligen griechischen Bewegung Goldene Morgenröte nahestehend gilt, erhielt rund 11 % der Stimmen, verglichen mit 6,8 % bei den vorherigen Parlamentswahlen im Jahr 2021. Durch diesen Zuwachs wird sie zur drittstärksten politischen Kraft im zypriotischen Parlament.
Dennoch behalten die beiden wichtigsten traditionellen Parteien die Führung: Die rechtsgerichtete DISY-Partei erhielt 27,2 % der Stimmen, während die kommunistische AKEL-Partei 23,8 % erreichte.
Die Wahl markiert auch einen Durchbruch für neue Antikorruptionsbewegungen und Persönlichkeiten aus den sozialen Medien. Insbesondere die neue Partei ALMA wird mit einem Programm ins Parlament einziehen, das sich auf die Bekämpfung der Korruption und die Erneuerung der politischen Klasse konzentriert.
Die zentristischen Parteien, die Präsident Nikos Christodoulides unterstützen, erlitten hingegen einen deutlichen Rückschlag. Die Parteien Diko, Dipa und EDEK verloren an Boden, wobei EDEK und Dipa nicht einmal die erforderliche Stimmenzahl für den Einzug ins Parlament erreichten.
Auch wenn das zypriotische politische System dem Präsidenten den größten Teil der Exekutivgewalt zuweist, könnten diese Ergebnisse die Aufgabe von Christodoulides, der 2023 als Unabhängiger gewählt wurde, erschweren und ihn zwingen, für die Präsidentschaftswahlen 2028 neue Allianzen zu suchen.
Mehr als eine halbe Million Wähler wurden zur Wahlurne gerufen, um die 56 Mitglieder des zypriotischen Parlaments zu wählen.
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