Die Verbraucherpreise in den USA stiegen im Juli im Jahresvergleich um 3,4 Prozent, nach 3,5 Prozent im Juni, wie aus Daten des Bureau of Labor Statistics hervorgeht. Diese moderate Verlangsamung stellt die Federal Reserve vor schwierige Entscheidungen hinsichtlich der Zinssätze.
Im Juli stiegen die Preise im Monatsverlauf lediglich um 0,1 %, hauptsächlich bedingt durch die gestiegenen Wohnkosten. Da die Miete einen erheblichen Teil des Budgets amerikanischer Haushalte ausmacht, wirken sich bereits geringe Schwankungen auf den Gesamtindex aus.
Der Energiemarkt bleibt volatil. Die Benzinpreise sanken zwischen Juni und Juli um 2,9 %, liegen aber aufgrund der anhaltenden Spannungen im Nahen Osten immer noch 24,6 % über dem Vorjahreswert. Die Lebensmittelpreise stiegen hingegen langsamer als im Juni und boten den Verbrauchern nur eine begrenzte Entlastung.
Ohne Berücksichtigung von Nahrungsmitteln und Energie stiegen die Preise im Monatsvergleich um 0,2 %, nachdem sie im Juni stabil geblieben waren. Die Kosten für medizinische Versorgung und Flugtickets stiegen leicht, während die Kfz-Versicherungsbeiträge weiter sanken.
Diese Zahlen bedeuten nicht, dass die Preise fallen; sie deuten lediglich darauf hin, dass sich ihr Anstieg verlangsamt. Präsident Donald Trump wies zudem darauf hin, dass die Inflation für viele Familien weiterhin zu hoch sei und nannte Miet- und Lebensmittelkosten als Beleg dafür, dass die Lebenshaltungskosten nach wie vor ein großes Problem darstellen.
Der neue Vorsitzende der US-Notenbank Federal Reserve, Kevin Warsh, bekräftigte, dass die Priorität der Zentralbank darin bestehe, die Inflation kontinuierlich zu senken, ohne unnötige Schocks für die Wirtschaft auszulösen. In einer kürzlich abgehaltenen Pressekonferenz mahnte er jedoch, dass die Fed keinen „Zauberstab“ besitze, um die jahrelange Überschreitung ihres Inflationsziels ungeschehen zu machen, und dass sie Geduld haben müsse. Das offizielle Ziel bleibt bei 2 %.
Die Finanzmärkte reagierten weitgehend gelassen auf die Daten. Die Aktienindizes schlossen nahezu unverändert, die Zahlen entsprachen im Großen und Ganzen den Erwartungen. Chris Zaccarelli, Chief Investment Officer bei Northlight Asset Management, bezeichnete die Ergebnisse als wenig überraschend und schloss ein Risiko einer erneuten Inflationsbeschleunigung aus. Er fügte hinzu, dass diese Zahlen, zusammen mit den jüngsten Arbeitsmarktdaten – im Juli wurden Netto-Arbeitsplatzverluste verzeichnet –, der US-Notenbank mehr Zeit zum Abwarten geben.
Jeffrey Roach, Chefökonom bei LPL Financial, sieht den Rückgang der Energiepreise als einen Faktor, der „dazu beigetragen hat, den Inflationsdruck in diesem Monat zu mindern“ und seiner Ansicht nach einen „echten Abschwung“ bestätigt. Bill Adams, Chefökonom für die USA bei der Fifth Third Commercial Bank, glaubt, dass der Bericht „einen schmalen Spielraum offen lässt“, der es der Fed ermöglicht, die Zinssätze im September unverändert zu lassen.
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