Am Donnerstag, dem 21. Mai, gab Stellantis eine Ankündigung bekannt, die wie eine kalte Anpassung klingt: Der Konzern will die jährliche Produktionskapazität seiner europäischen Werke bis 2030 um „mehr als 800.000 Einheiten“ reduzieren. Dies alles ist Teil eines strategischen Plans, der Investitionen in Höhe von „60 Milliarden Euro“ über fünf Jahre vorsieht. Ziel ist es, das Wachstum zu fördern und nach hohen Verlusten im Jahr 2025 wieder in die Gewinnzone zurückzukehren. Man kann sich fast vorstellen, wie die Manager mit dem Taschenrechner rattern.
Konkret bedeutet die Verkleinerung von Produktionsstätten die Umnutzung bestehender Standorte – beispielsweise in Poissy, Frankreich – und eine verstärkte industrielle Zusammenarbeit. Stellantis hebt die gemeinsam mit dem chinesischen Unternehmen Leapmotor genutzten Produktionsanlagen in Madrid und Saragossa sowie die Partnerschaft mit Dongfeng in Rennes hervor. Ein Wort fällt immer wieder: Partnerschaft. Als ob die Ära des autarken Herstellers bereits der Vergangenheit angehörte und die Fabrik zu einem Gemeinschaftsraum, fast schon einer Mietfläche, würde, um die Produktionslinien am Laufen zu halten und Stillstände zu vermeiden.
Weniger Volumen, mehr Partner: die neue industrielle Gleichung
In der Pressemitteilung betont der Konzern ein heikles Versprechen: „Industriearbeitsplätze erhalten“. Diese Aussage steht im Widerspruch zu einer Realität, die uns der europäische Markt Monat für Monat vor Augen führt: eine weniger dynamische Nachfrage, steigende Kosten und ein beschleunigter Übergang zu Elektrofahrzeugen, der Geschäftsmodelle grundlegend verändert. Kapazitätsreduzierung bedeutet nicht einfach, die Produktion einzustellen; sie ist der Versuch, die Produktion an einen unsichereren Markt anzupassen, in dem es nicht mehr möglich ist, wie bisher zu produzieren und gleichzeitig die gleichen Absatzmengen wie gestern zu erwarten.
Die von CEO Antonio Filosa offen eingeräumte finanzielle Logik besteht darin, Kosten zu senken und „erschwingliche Preise“ anzubieten. Das Ziel ist konkret: ein Umsatzwachstum von 15 % in Europa und 25 % in Nordamerika bis 2030, basierend auf der Annahme, dass ein agilerer und kooperativerer Hersteller besser aufgestellt ist. Die Automobilindustrie ihrerseits bereitet sich auf ein Jahrzehnt vor, in dem Fabriken ebenso wichtig für ihre Produkte wie für die Art und Weise der Ressourcennutzung sein werden.
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