Essenslieferung: Lieferfahrer erhalten eine deutliche Erhöhung ihres Mindestlohns
Essenslieferung: Lieferfahrer erhalten eine deutliche Erhöhung ihres Mindestlohns

Lieferfahrer von Uber Eats und Deliveroo erhalten ab dem 1. September eine deutliche Erhöhung ihres Mindestlohns. Die Plattformen und mehrere Interessenverbände haben eine Änderung des Abkommens von 2023 unterzeichnet, die den Bruttostundenmindestlohn von 11,75 € auf 19 € anhebt.

Diese Gehaltserhöhung erfolgt nach jahrelangen Protesten gegen die Vergütungsbedingungen. Die französische Aufsichtsbehörde für Beschäftigungsplattformen (Arpe) stellte 2025 einen deutlichen Rückgang der Stundenlöhne von Lieferfahrern zwischen 2021 und 2024 fest: inflationsbereinigt um 34,2 % bei Uber Eats, 22,7 % bei Deliveroo und 26,6 % bei Stuart.

Eine Vereinbarung, die als ein wichtiger Schritt nach vorn dargestellt wird

Die von Uber Eats, Deliveroo, der Gewerkschaft Union-Indépendants und dem Nationalen Verband der Selbstständigen (FNAE) unterzeichnete Vereinbarung sieht außerdem vor, dass das garantierte Einkommen nun wöchentlich statt monatlich berechnet wird. Trinkgelder werden nicht mehr in die Berechnung des Mindestlohns einbezogen, was eine weitere Verbesserung für Lieferfahrer darstellt.

Die Vereinbarung sieht außerdem eine jährliche Überprüfung vor, um den Betrag entsprechend der Inflation oder der Kaufkraftentwicklung anzupassen.

Die Gewerkschaften fordern weitere Änderungen.

Für Union-Indépendants ist diese Lohnerhöhung ein wichtiger Schritt, erfüllt aber nicht alle ihre Forderungen. Die Gewerkschaft setzt sich weiterhin für ein Vergütungssystem nach Stunden und Kilometern ein, das die tatsächlich zurückgelegten Kilometer sowie Wartezeiten berücksichtigt und nicht die Schätzungen der Plattformen.

Die Diskussionen über die Gesundheits- und Sicherheitsbedingungen der Lieferfahrer sowie über die Verfahren zur Kontodeaktivierung, die regelmäßig von Arbeitnehmervertretern angeprangert werden, dauern ebenfalls an.

Der Status der Lieferfahrer steht weiterhin im Mittelpunkt der Debatten.

Die Arbeitsbedingungen selbstständiger Lieferfahrer sorgen in Frankreich und Europa weiterhin für hitzige Debatten. Gewerkschaften prangern häufig unzureichende Einkünfte, schwierige Arbeitsbedingungen und mangelnde Transparenz bei den Algorithmen zur Auftragsvergabe an.

Die Europäische Union verabschiedete Ende 2024 eine Richtlinie zur Stärkung der Rechte von Plattformarbeitern, die unter anderem die Möglichkeit vorsieht, einige von ihnen als Arbeitnehmer einzustufen. Die Mitgliedstaaten, darunter Frankreich, haben bis zum 2. Dezember Zeit, diese Richtlinie in nationales Recht umzusetzen.

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