Anlässlich des 100. Geburtstags von Marilyn Monroe, der mit einer großen Retrospektive in der Cinémathèque française gefeiert wird, präsentiert die französisch-luxemburgische Künstlerin Deborah de Robertis eine eindrucksvolle neue Fotoserie. Ihrem feministischen Engagement treu, setzt sie sich erneut mit dem Bild der Hollywood-Ikone auseinander, um die Gewalt, die Demütigung und die Mechanismen der Herrschaft aufzuzeigen, die ihr Leben jenseits des glamourösen Mythos prägten.
Inspiriert von der Welt Cindy Shermans, inszeniert sich Deborah de Robertis als Marilyn Monroe. Hinter dem vertrauten Gesicht des Stars verbirgt sich ein gezeichneter Körper mit blauen Flecken, Blutergüssen und Wunden, die das von Hollywood konstruierte perfekte Bild zerstören. Mit diesen Fotografien möchte die Künstlerin die Realität hinter der Ikone enthüllen und die ganze Komplexität einer Frau wiederherstellen, die allzu oft auf ihr Äußeres reduziert wird.

Foto von Guillaume Belvèze Abitbol
Eine feministische Neuinterpretation des Marilyn-Mythos
Diese Reihe setzt Deborah de Robertis' jahrelange Arbeit zur Darstellung von Frauen in Kunstgeschichte und Medien fort. Indem sie auch Britney Spears, Pamela Anderson, Anna Nicole Smith, Paris Hilton, Courtney Love, Lindsay Lohan, Amber Heard, Zahia Dehar und Loana Petrucciani einbezieht, zieht sie Parallelen zwischen mehreren Generationen von Frauen, deren Bild von einer Industrie geprägt, ausgebeutet und mitunter zerstört wurde, die von ihrer Verletzlichkeit fasziniert war.
Für die Künstlerin war Marilyn Monroe weder eine naive Frau noch ein bloßes Sexsymbol. Sie betont, dass die Schauspielerin viel schrieb und ihre Schriften einen freien Geist offenbaren, fernab der Fantasien, die ihren Mythos genährt haben. Deborah de Robertis möchte daher die Frau hinter der Filmfigur in den Vordergrund rücken und ihre Intelligenz, ihre Sensibilität und ihre Geschichte neu sichtbar machen.

Foto von Guillaume Belvèze Abitbol
Ein Werk, das Frauen wieder eine Stimme gibt
Eine der Fotografien zeigt eine aufblasbare Puppe, die achtlos am Boden liegt – ein eindringliches Bild, das symbolisiert, wie manche Frauen zu Konsumobjekten degradiert wurden. In dieser Inszenierung kehrt Deborah de Robertis die Perspektive um: Die Puppe repräsentiert nicht länger Marilyn Monroe, sondern all jene, die ihr Bild konstruierten und konsumierten. Mit dieser Neuinterpretation möchte die Künstlerin einer Frau Tribut zollen, deren Andenken oft in Klischees gefangen bleibt.
Mit ihrer neuen Fotoserie setzt Deborah de Robertis ihre Arbeit zur Dekonstruktion weiblicher Darstellungen fort. Ihre Perspektive bietet eine zutiefst politische Lesart von Marilyn Monroe und lädt die Öffentlichkeit dazu ein, den Hollywood-Mythos zu überwinden und eine vielschichtige, freie Frau zu entdecken, die lange auf ein Bild reduziert war, das nicht ihr eigenes entsprach.

Foto von David Joly
Gemeinschaft
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