Renault beschleunigt seine Strategie für Elektrofahrzeuge. Der Automobilkonzern gab bekannt, dass er den symbolischen Meilenstein von einer Million in Frankreich entwickelter und produzierter Elektrofahrzeuge seit 2010 überschritten hat. CEO François Provost präsentiert diesen Erfolg als Beweis dafür, dass der Übergang zur Elektromobilität nun endgültig im Gange ist.
Der Hersteller hebt die positive Absatzentwicklung hervor. Laut François Provost stiegen die Zulassungen von Elektroautos in Frankreich im ersten Halbjahr um 63 Prozent, und mehr als 70.000 Renault 5 wurden bereits auf dem französischen Markt bestellt. Er betont außerdem, dass 92 Prozent der europäischen Autofahrer, die auf Elektrofahrzeuge umgestiegen sind, nicht mehr zu einem Verbrenner zurückkehren möchten.
Renault stärkt sein industrielles Werkzeug
Um dieses Wachstum zu unterstützen, investiert Renault weiterhin in seinen Industriestandort ElectriCity mit den Standorten Douai, Maubeuge und Ruitz. Der Konzern gibt an, seit 2021 13 Milliarden Euro in Frankreich investiert zu haben und plant, bis 2030 einen ähnlichen Betrag in die Entwicklung der Produktion von Elektrofahrzeugen, Motoren, Batterien, Software und Aktivitäten im Bereich der Kreislaufwirtschaft zu investieren.
Der Hersteller ist überzeugt, dass diese Strategie die industrielle Souveränität Frankreichs stärken und gleichzeitig qualifizierte Arbeitsplätze schaffen wird. Renault sieht die Elektrifizierung zudem als entscheidenden Hebel, um die Dekarbonisierung des Automobilsektors zu beschleunigen und gleichzeitig eine europäische industrielle Lieferkette zu festigen.
Ein Aufruf zu einer europäischen Strategie
Die Gruppe warnt jedoch vor der wachsenden Marktmacht chinesischer Hersteller, die laut François Provost einen Wettbewerbsvorteil von 30 bis 40 Prozent genießen. Ihr Marktanteil in Europa sei in weniger als zwei Jahren von 2 auf 10 Prozent gestiegen, was den Wettbewerbsdruck auf europäische Hersteller verschärfe.
Als Reaktion auf diese Entwicklung fordert Renault die europäischen Behörden auf, eine ambitioniertere Industriestrategie umzusetzen, die auf einem stabilen Rechtsrahmen, verstärkter Förderung von Forschung und Entwicklung, angemessener Besteuerung von Industriestandorten und faireren Wettbewerbsbedingungen basiert. Für den Hersteller besteht die Herausforderung darin, sicherzustellen, dass der Übergang zu Elektrofahrzeugen auch der Industrie und dem Arbeitsmarkt in Europa zugutekommt.
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