Xiaohongshu revolutioniert die Reiseplanung junger Chinesen. Die App, die auch als „chinesisches Instagram“ bekannt ist, ermöglicht das Teilen von Fotos, Videos und Live-Streams, dient aber in erster Linie als Suchmaschine, um Restaurants zu finden, Reiserouten zu planen oder die fotogensten Orte aufzuspüren.
Mit 350 Millionen monatlich aktiven Nutzern – 50 Millionen mehr als vor einem Jahr – kann die Plattform die Attraktivität eines Reiseziels grundlegend verändern. Das historische Viertel Shichahai in Peking beispielsweise zieht viele Besucherinnen an, die sich dort in traditioneller Kleidung fotografieren lassen. In Zibo in der Provinz Shandong reichte ein einfacher Spieß, der viral ging, aus, um einen Tourismusboom auszulösen.
Beliebte Orte werden zunehmend von der App abhängig.
Dieser Einfluss verändert auch die lokale Wirtschaft. Fotografen, Gastronomen und Ladenbesitzer mit einer großen Fangemeinde auf Xiaohongshu profitieren von erheblicher Sichtbarkeit, während andere Schwierigkeiten haben, Kunden zu gewinnen. Gesponserte Beiträge können jedoch zu Enttäuschungen führen, wenn die tatsächliche Erfahrung nicht den enthusiastischen Empfehlungen der Influencer entspricht.
Die App, auch bekannt als RedNote, gewinnt zunehmend an Beliebtheit bei ausländischen Reisenden, insbesondere in Malaysia und Singapur. Ein Börsengang in Hongkong wird angeblich noch vor Ende 2026 erwogen. Ihr Erfolg befeuert jedoch auch den Übertourismus und macht manche Reiseziele von besonders volatilen digitalen Trends abhängig: Ein Ort kann genauso schnell von Besuchern überrannt werden, wie er von den Bildschirmen verschwindet.
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