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Vendin-le-Vieil: Telefone beschlagnahmt und Drohnen gesichtet trotz des „ultrasicheren“ Gefängnisses

Vendin-le-Vieil: Telefone beschlagnahmt und Drohnen gesichtet trotz des „ultrasicheren“ Gefängnisses
Vendin-le-Vieil: Telefone beschlagnahmt und Drohnen gesichtet trotz des „ultrasicheren“ Gefängnisses

Das Gefängnis von Vendin-le-Vieil (Pas-de-Calais), das als einzigartiges Bollwerk gegen die organisierte Kriminalität gilt, ist bereits Gegenstand ernsthafter Fragen. Mehreren Quellen zufolge wurden bereits bei der Verlegung der ersten Häftlinge Ende Juli Mobiltelefone entdeckt, und es wurden Drohnenflüge rund um das Gelände gemeldet.

Sicherheit bereits auf dem Prüfstand

Die Einrichtung beherbergte zwischen Ende Juli und Anfang August 88 Häftlinge, die meisten davon in Untersuchungshaft wegen Drogenhandels. Unter ihnen war Mohamed Amra, dessen tödlicher Ausbruch im Jahr 2024 zwei Gefängniswärter das Leben kostete. Diese „Einheit für organisierte Kriminalität“ (QLCO) soll die Reaktion des Staates auf Mafianetzwerke verkörpern. Doch unmittelbar nach der Ankunft dieser Häftlinge wurden Handys aus ihren Paketen beschlagnahmt und es kam zu Einbruchsversuchen per Drohne. Diese Geräte werden nun verwendet, um Drogen, Handys und verschiedene Gegenstände hinter die Mauern zu liefern. Das Justizministerium behauptet, die abgefangenen Geräte seien nicht in den QLCO-Zellen gefunden worden, und besteht darauf, dass die meisten Überflüge neutralisiert wurden. „Ein Beweis dafür, dass die Sicherheit funktioniert“, behauptet der Beamte, ohne die genaue Zahl der Beschlagnahmungen zu nennen.

Streitigkeiten und Neuübertragungen

Rund zwanzig Häftlinge haben vor den Verwaltungsgerichten Klage gegen ihre Verlegung in diese Hochsicherheitseinrichtung eingereicht. Der Betrieb soll bis September fortgesetzt werden, wobei fünf Häftlinge aus dem Ausland eintreffen werden. Im Herbst soll in Condé-sur-Sarthe (Orne) ein zweites QLCO eröffnet werden, das rund vierzig weitere Häftlinge aufnehmen soll. In Vendin-le-Vieil sitzen weiterhin sieben Häftlinge in Einzelhaft in einem separaten Flügel, darunter Salah Abdeslam, der wegen der Anschläge vom 13. November 2015 verurteilt wurde, und Rédoine Faïd, ein Wiederholungstäter, dem es bereits zweimal gelang, auszubrechen. Trotz seines Rufs als Vorzeige-Gefängnis in Sachen Sicherheit verdeutlicht das Gefängnis von Vendin-le-Vieil bereits jetzt die anhaltenden Mängel des Gefängnissystems: Drogenhändler testen die Verteidigungsanlagen, Drohnen fliegen über die Mauern und die Behörden tun sich schwer damit, zu beweisen, dass die versprochene „Wasserdichtigkeit“ kein Wunschdenken ist.

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