Europäische Flughäfen: Neue Passkontrollen schüren die Angst vor einem katastrophalen Sommer
Europäische Flughäfen: Neue Passkontrollen schüren die Angst vor einem katastrophalen Sommer

Das neue automatisierte Passkontrollsystem der EU sorgt in der Luftfahrtbranche angesichts der bevorstehenden Hochsaison für große Besorgnis. Ryanair befürchtet, dass das System dem erwarteten Ansturm von Reisenden in diesem Sommer an Flughäfen in der gesamten Europäischen Union nicht gewachsen ist. Die irische Fluggesellschaft warnt vor dem Risiko chaotischer Warteschlangen, insbesondere an mehreren europäischen Flughäfen, darunter Paris-Beauvais.

Ein System, das immer noch als zu fragil gilt.

Das betreffende System ist das EES (Einreise-/Ausreisesystem). Es dient der automatisierten Überprüfung von Reisenden aus Nicht-EU-Ländern, die sich innerhalb des Schengen-Raums für kurze Aufenthalte aufhalten. Das System nutzt Kioske, die Passagierdaten, einschließlich biometrischer Informationen, elektronisch erfassen und verifizieren. Ziel ist es, die Kontrolle von Ein- und Ausreisen, Einreiseverweigerungen und Aufenthaltsdauern für Staatsangehörige von Nicht-EU-Ländern zu verbessern.

Fachleute verweisen auf den Mangel an Ressourcen

Ryanair behauptet, das System sei für die Hauptsaison nicht gerüstet. Die Fluggesellschaft nennt Personalmangel, eine unzureichende Anzahl an Kontrollautomaten und noch immer eingeschränkte Betriebssysteme als Gründe. Laut Unternehmen könnten diese Schwächen zu erheblichen Wartezeiten an den Grenzen führen, insbesondere an Flughäfen, die während der Ferienreisezeiten ohnehin schon stark ausgelastet sind.

Das Unternehmen beantragt eine Verschiebung bis September.

Angesichts dieser Risiken fordert Ryanair die europäischen Regierungen auf, die Einführung des Systems über den Sommer auszusetzen. Die Fluggesellschaft bittet um eine Wiederaufnahme des Flugbetriebs im September, sobald die Schulferien beendet sind und die Flughäfen weniger stark belastet sind. Mit dieser Warnung soll eine vollständige Einführung zu einem Zeitpunkt vermieden werden, an dem die Infrastruktur am stärksten beansprucht wird.

Strengere Kontrollen an den Schengen-Grenzen

Das EES soll die Zuverlässigkeit der Kontrollen an den Außengrenzen des Schengen-Raums stärken. Das System soll außerdem zur Bekämpfung irregulärer Migration und zur besseren Überwachung von Kurzaufenthalten beitragen. Seine Einführung gibt jedoch Anlass zur Sorge, da sie die Kontrollverfahren grundlegend verändert. Betroffene Reisende müssen zusätzliche automatisierte Schritte durchlaufen, insbesondere solche, die die Erfassung biometrischer Daten betreffen.

Ein angespannter Sommer für Flughäfen

Das Thema ist sowohl für Fluggesellschaften als auch für Flughafenbetreiber heikel. Im Falle von Störungen oder Kapazitätsengpässen könnten Grenzkontrollen den Passagierfluss erheblich verlangsamen. Ryanair ist der Ansicht, dass der aktuelle Flugplan Reisende erheblichen Verspätungen aussetzt. Die Fluggesellschaft bittet daher die europäischen Behörden, einer vorübergehenden Verschiebung Vorrang vor der Aufnahme des Flugbetriebs während der Hauptreisezeit im Sommer einzuräumen.