In Kenia gehen Aktivisten juristisch gegen Luxuslodges in der Maasai Mara vor, um ein bedrohtes Ökosystem zu schützen.
In Kenia gehen Aktivisten juristisch gegen Luxuslodges in der Maasai Mara vor, um ein bedrohtes Ökosystem zu schützen.

Kenianische Aktivisten haben eine neue Klage eingereicht, um den Bau und die Erweiterung von Luxuslodges im Maasai Mara-Reservat, einem der bekanntesten Ökosysteme Afrikas, zu verhindern. Sie werfen mehreren bestehenden Einrichtungen vor, illegal errichtet worden zu sein, und befürchten, dass neue Projekte eine ernsthafte Bedrohung für die lokale Artenvielfalt darstellen.

Laut den Klägern stören diese touristischen Infrastrukturen die „Große Migration“, ein jährliches Naturphänomen, bei dem über eine Million Gnus die Region zwischen der Maasai Mara und der Serengeti durchqueren. Diese Migration gilt als eine der größten der Welt.

Auch die lokalen Maasai-Gemeinschaften behaupten, dass die intensive touristische Entwicklung ihr Land und ihre traditionelle Lebensweise schädigt, die bereits durch Landnutzungsdruck und Auflagen zum Schutz der Wildtiere geschwächt sei.

Die Klage, die vor dem Umwelt- und Landgericht Kenias eingereicht wurde, steht in keinem Zusammenhang mit einem früheren Verfahren, das letztes Jahr eingeleitet wurde, um die Eröffnung einer neuen Luxuslodge der Marke Ritz-Carlton in dem Reservat zu verhindern.

Die antragstellenden Organisationen – darunter die East Africa Law Society, Natural Justice, JustAct und das Africa Centre for Peace and Human Rights – fordern ein Verbot jeglicher Neubauten oder Erweiterungen der touristischen Infrastruktur in der Maasai Mara bis zum Jahr 2032.

Sie fordern außerdem die Anerkennung der mutmaßlichen Rechtswidrigkeit mehrerer bereits in Betrieb befindlicher Einrichtungen, darunter die Ritz-Carlton Lodge, Sala's Camp und Sand River Masai Mara by Elewana. Die betroffenen Unternehmen sowie die kenianischen Naturschutzbehörden und Marriott International reagierten nicht umgehend auf Medienanfragen.

Das Gericht hat die erste Anhörung auf den 20. Juli angesetzt. Dieser Fall entfacht erneut die Debatte zwischen Tourismusentwicklung und Umweltschutz in einem der meistbesuchten und sensibelsten Naturschutzgebiete des afrikanischen Kontinents.

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