In Ivry-sur-Seine im Département Val-de-Marne wurde ein Tuberkulosefall gemeldet, wie die Gemeinde nach Benachrichtigung durch das regionale Gesundheitsamt mitteilte. Für Montag ist eine Dringlichkeitssitzung mit dem Rathaus und dem Tuberkulose-Kontrollzentrum anberaumt, um die notwendigen Gesundheitsmaßnahmen festzulegen.
Personen, die als enge Kontaktpersonen identifiziert wurden, erhalten ein Testangebot. Bürgermeister Philippe Bouyssou hat keine Informationen über die infizierte Person oder das betroffene Viertel veröffentlicht, um die Familie zu schützen, sie nicht zu stigmatisieren und unnötige Beunruhigung zu vermeiden.
Eine durch längeren Kontakt übertragene Krankheit
Tuberkulose ist eine Infektion, die durch das Bakterium Mycobacterium tuberculosis verursacht wird. Sie befällt vorwiegend die Lunge und wird über die Luft übertragen, insbesondere bei längerem oder wiederholtem Kontakt in schlecht belüfteten Räumen. Zu den Symptomen können anhaltender Husten, Fieber, anhaltende Müdigkeit oder Gewichtsverlust gehören. Laut dem Pasteur-Institut erkranken 5 bis 10 % der Infizierten an Tuberkulose, die mit einer mehrmonatigen Antibiotika-Kombination behandelt werden kann.
In Frankreich ist die Zahl der jährlich gemeldeten Fälle von etwa 7.500 im Jahr 2000 auf unter 4.500 gesunken, doch bestehen weiterhin erhebliche Unterschiede. Die Inzidenz liegt bei Obdachlosen bei etwa 64 Fällen pro 100.000 Einwohner und bei im Ausland Geborenen bei 32 Fällen pro 100.000 Einwohner, verglichen mit einer nationalen Rate von unter 10 Fällen pro 100.000 Einwohner. Île-de-France, Französisch-Guayana und Mayotte sind nach wie vor die am stärksten betroffenen Gebiete. Bei Risikokindern reduziert die BCG-Impfung das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs um mehr als 75 %.
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