Radio France Internationale hat die Einführung eines neuen armenischsprachigen Dienstes angekündigt, der ausschließlich über soziale Medien ausgestrahlt wird und sich an ein junges Publikum im Vorfeld der für Juni in Armenien angesetzten Parlamentswahlen richtet. Laut einer am Montag veröffentlichten Mitteilung soll diese Initiative gezielt gegen die seit mehreren Monaten gegen das Land gerichteten Online-Desinformationskampagnen vorgehen.
Das französische Medienunternehmen plant, verifizierte Nachrichten in armenischer Sprache über verschiedene digitale Plattformen anzubieten – in einem Kontext erheblicher Informationsinstabilität in der ehemaligen Sowjetrepublik. Mehrere Forscher und Beobachter warnen seit Kurzem vor einer Zunahme prorussischer Manipulationskampagnen, die mithilfe von Falschnachrichten, Botnetzen und KI-generierten Videos die öffentliche Debatte in Armenien beeinflussen sollen.
Eine massive Desinformationskampagne im Vorfeld der Parlamentswahlen
Laut mehreren in den letzten Wochen veröffentlichten Analysen kursierten online über 300 manipulierte Inhalte im Rahmen von Desinformationskampagnen, die sich insbesondere gegen den armenischen Premierminister Nikol Paschinjan und die proeuropäischen Kräfte des Landes richteten. Forscher vermuten koordinierte Kampagnen, die kremlnahen Netzwerken zugeschrieben werden und jenen Kampagnen ähneln, die bei anderen Wahlen in Osteuropa beobachtet wurden.
Armenien sieht sich seit Jahren mit einer sich verschlechternden Informationslage konfrontiert, die durch regionale Spannungen, den Bergkarabach-Krieg und geopolitische Rivalitäten zwischen Russland und der Europäischen Union verschärft wird. Organisationen, die sich für Pressefreiheit einsetzen, berichten von einem deutlichen Anstieg von Hassrede und Desinformation auf digitalen Plattformen im Land.
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