Papst Leo XIII. rief die Regierungen weltweit dazu auf, die Entwicklung künstlicher Intelligenz zu verlangsamen und streng zu regulieren, und warnte vor den Risiken von Desinformation, Konflikten und einem möglichen „endlosen Krieg“, der durch diese Technologie angeheizt würde.
In seiner ersten Enzyklika mit dem Titel Magnifica HumanitasIn einer am Montag im Vatikan veröffentlichten Erklärung rief der Papst angesichts des rasanten technologischen Fortschritts zu einem stärkeren politischen Engagement auf. Er plädierte für „solide Rechtsrahmen, unabhängige Aufsicht, informierte Nutzer und ein politisches System, das sich seiner Verantwortung nicht entzieht“.
Der fast 43.000 Wörter umfassende Text zählt zu den wichtigsten Lehrdokumenten des Pontifikats. Darin kritisiert der amerikanische Papst die Konzentration der Kontrolle über KI-Daten in den Händen privater Unternehmen und fordert den Schutz von Arbeitnehmern und Kindern vor den potenziellen Auswirkungen dieser Technologie.
Bei der offiziellen Vorstellung der Enzyklika im Vatikan erklärte Christopher Olah, Mitbegründer von Anthropic, dass die Entwicklung von KI nicht allein Technologieunternehmen überlassen werden dürfe. Er warnte davor, dass die weitverbreitete Automatisierung menschlicher Arbeit „eine reale Möglichkeit“ sei.
Der Papst verurteilte auch internationale Konflikte und lehnte die Lehre vom „gerechten Krieg“ ab, während er sich gleichzeitig für die historische Rolle der Kirche bei der transatlantischen Sklaverei entschuldigte.
Diese Haltung erfolgt vor dem Hintergrund zunehmender Debatten über die Regulierung künstlicher Intelligenz weltweit, die von wachsenden technologischen und geopolitischen Rivalitäten begleitet werden.
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