Eine Woche nach der Inhaftierung von Nicolas Sarkozy im Pariser Gefängnis La Santé besuchte Justizminister Gérald Darmanin das Gefängnis gestern Abend zu einem Gespräch mit dem ehemaligen Präsidenten. Laut Le Figaro dauerte das Treffen 45 Minuten und fand in Anwesenheit des Gefängnisdirektors statt. Im Mittelpunkt der Gespräche standen die Sicherheit und die Haftbedingungen von Nicolas Sarkozy.
Ein Besuch, der angekündigt und gesetzlich geregelt wurde
Am 20. Oktober erklärte Gérald Darmanin im Radiosender France Inter, er werde das Gefängnis besuchen, um sich persönlich von den Sicherheitsbedingungen des ehemaligen Staatsoberhauptes zu überzeugen. „Der Justizminister kann jedes Gefängnis und jeden Häftling jederzeit besuchen“, stellte er klar und betonte den rechtmäßigen und routinemäßigen Charakter dieses Verfahrens.
Eine historische Inhaftierung
Nicolas Sarkozy wurde am 25. September im Zusammenhang mit dem Libyen-Prozess wegen Verschwörung zu fünf Jahren Haft verurteilt, von denen er zwei Jahre absitzen muss. Er trat seine Haftstrafe am 21. Oktober im Gefängnis La Santé an und ist damit der erste ehemalige Präsident in der Geschichte der Französischen Republik, der inhaftiert wurde. Ein Antrag auf seine Freilassung wurde gestellt und wird in den kommenden Wochen von den Gerichten geprüft.
Verstärkte Sicherheitsmaßnahmen
Der ehemalige Präsident wird von zwei Sicherheitsbeamten beschützt – eine außergewöhnliche Maßnahme, die laut Innenminister Laurent Nuñez aufgrund seines Status und der potenziellen Bedrohungen gerechtfertigt sei. Gérald Darmanin hatte vor seiner Inhaftierung zudem erklärt, er werde persönlich dafür sorgen, dass die Haft- und Sicherheitsbedingungen einem Gefangenen mit besonderem Status angemessen seien.
Ein Treffen folgte in Kürze
Dieser Besuch wurde aufgrund der Seltenheit eines solchen Ereignisses von den Medien und der Öffentlichkeit aufmerksam verfolgt. Das Treffen zwischen dem Justizminister und dem ehemaligen Präsidenten unterstrich die Bedeutung der Gewährleistung von Sicherheit und Achtung der Rechte, auch für prominente politische Persönlichkeiten in Haft.