Proteinriegel, die lange Zeit Bodybuildern und Spitzensportlern vorbehalten waren, haben mittlerweile Supermarktregale, Fitnessstudios und Verkaufsautomaten erobert. Ihr Erfolg beruht auf einem bemerkenswert effektiven Versprechen: schnell Protein zu liefern, den Hunger zu stillen und herkömmliche, oft zuckerhaltige Kekse zu vermeiden. Hersteller sprechen heute eine sehr breite Zielgruppe an, von Freizeitsportlern über vielbeschäftigte Berufstätige bis hin zu Konsumenten, die abnehmen möchten. Die Verpackung hebt den Proteingehalt und den Verzicht auf Zuckerzusatz hervor und verleiht dem Produkt dadurch mitunter ein fast klinisches Image.
Ein Proteinriegel enthält typischerweise zwischen 10 und 25 Gramm Protein aus Milch, Molke, Soja, Erbsen oder Kollagen. Diese Konzentration kann nach intensivem Training oder wenn keine ausgewogene Mahlzeit verfügbar ist, sinnvoll sein. Für die meisten Verbraucher ist sie jedoch nicht unbedingt notwendig. Laut ANSES (der französischen Agentur für Lebensmittelsicherheit, Umwelt- und Arbeitsschutz) sollte Protein 10 bis 20 % der täglichen Energiezufuhr von Erwachsenen ausmachen. Dieser Bedarf kann in der Regel durch Eier, Milchprodukte, Fisch, Fleisch, Hülsenfrüchte, Getreide und Nüsse gedeckt werden.
Eine Zusammensetzung, die über Proteine hinaus untersucht werden sollte.
Die auf der Verpackung angegebene Proteinmenge reicht nicht aus, um die Nährwertqualität eines Riegels zu bestimmen. Manche Produkte enthalten auch gesättigte Fettsäuren, Schokolade, Sirup, Süßstoffe, Aromen, Texturgeber und eine lange Liste an Zusatzstoffen. Ein als zuckerarm beworbener Riegel kann Polyole wie Maltit enthalten, deren hoher Verzehr Blähungen oder Verdauungsprobleme verursachen kann. Daher ist es wichtig, den Brennwert, den Zuckergehalt, den Gehalt an gesättigten Fettsäuren und Ballaststoffen sowie die vollständige Zutatenliste zu vergleichen. Ein Riegel mit 200 Kalorien ist immer noch ein energiereiches Lebensmittel, auch wenn die Verpackung ein schlankmachendes oder leistungssteigerndes Image suggeriert.
Proteinriegel sind zwar praktisch, sollten aber nicht als regelmäßiger Mahlzeitenersatz dienen oder nach jedem Training automatisch verzehrt werden. Die französische Behörde für Lebensmittelsicherheit, Umwelt- und Arbeitsschutz (ANSES) mahnt zur Vorsicht im Umgang mit angereicherten Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln, die speziell für Sportler vermarktet werden, insbesondere in Kombination mit Medikamenten oder beim Kauf über unseriöse Websites. Für Verbraucher gilt: Der beste Riegel zeichnet sich in der Regel durch eine kurze Zutatenliste, einen moderaten Zuckergehalt, ausreichend Ballaststoffe und eine klar deklarierte Proteinquelle aus. Sofern kein besonderer Bedarf besteht, sind Joghurt, ein Stück Obst mit ein paar Nüssen oder eine Scheibe Vollkornbrot eine weniger verarbeitete, oft günstigere und ebenso sättigende Alternative.
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