Natasha, Gemma und Helen wuchsen jahrelang in dem Glauben auf, ihre Familiengeschichte zu kennen. Erst als sie mit Ende zwanzig oder Anfang dreißig einen DNA-Test machten, erfuhren sie, dass sie mit Hilfe desselben Samenspenders gezeugt worden waren. Diese Entdeckung schweißte sie so eng zusammen, dass sie sich heute die „Samenschwestern“ nennen.
Die drei Frauen, die vor der Legalisierung der Gametenspende in Großbritannien im Jahr 1991 gezeugt wurden, erklären, dass sie lange Zeit nichts von ihrer biologischen Herkunft wussten. Nachdem sie über DNA-Testplattformen miteinander in Kontakt gekommen waren, spürten sie sofort eine unerwartete Verbundenheit und entdeckten überraschend ähnliche Persönlichkeitsmerkmale, Interessen und sogar Lebenserfahrungen.
Ein Plädoyer für mehr Transparenz
Ihre persönlichen Nachforschungen ermöglichten es ihnen auch, ihren biologischen Vater zu identifizieren, zu dem sie ersten Kontakt aufnahmen, den sie als positiv beschrieben. Sie weisen darauf hin, dass in Großbritannien Menschen, die nach der Reform von 2005 durch Samenspende gezeugt wurden, nach Erreichen der Volljährigkeit die Identität ihres Spenders erfahren können – eine Möglichkeit, die zum Zeitpunkt ihrer Geburt nicht bestand.
Die drei Halbschwestern starteten einen Podcast, um ihre Geschichte zu erzählen und auf die Problematik der Gametenspende aufmerksam zu machen. Sie sind der Ansicht, dass Kinder, die auf diese Weise gezeugt wurden, in der öffentlichen Debatte immer noch zu wenig Gehör finden, und rufen Familien dazu auf, sich offener über ihre Herkunft auszutauschen.
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