Anastasiia Berezovska, 39, die im Zusammenhang mit dem Bombenanschlag auf den Geschäftsmann Vadim Ermolaev in Monaco gesucht wurde, ist in der Nähe von Kiew tot aufgefunden worden. Ihre Leiche wurde am Abend des 6. Juli entdeckt, nur wenige Tage nachdem sie auf die Interpol-Fahndungsliste gesetzt worden war.
Eine Leiche wurde vergraben gefunden, Tod durch Schusswunde
Die Leiche wurde gegen 23 Uhr in der Nähe von Kiew entdeckt. Ersten Erkenntnissen zufolge wurde die Frau erschossen und vergraben gefunden. Ukrainische Ermittler bearbeiten nun zwei sich überschneidende Fälle: den versuchten Mord an Vadim Ermolaev in Monaco und den Tod der Hauptverdächtigen. Anastasiia Berezovska hielt sich seit dem 22. März 2025 außerhalb der Ukraine auf. Sie soll am 1. Juli 2026, zwei Tage nach der Explosion in Monaco, in das Land zurückgekehrt sein.
Zwei Verdächtige wurden bereits festgenommen.
Im Zuge der Ermittlungen nach dem Leichenfund wurden zwei Personen festgenommen. Bei einem der Verdächtigen handelt es sich Berichten zufolge um einen aktiven Offizier des ukrainischen Militärgeheimdienstes, beim anderen um einen ehemaligen Polizisten. Bislang wurde kein offizielles Motiv öffentlich genannt. Dieser Fund verändert den Verlauf des Falls. Die gesuchte Frau ist nun nicht mehr nur Verdächtige im Anschlag von Monaco, sondern mutmaßlich auch Opfer eines Mordes in der Ukraine.
Das mit einer Sprengfalle versehene Paket explodierte am 29. Juni in Monaco.
Der Vorfall ereignete sich am 29. Juni gegen 21:00 Uhr in Monaco. Ein Sprengsatz wurde am Eingang eines Wohnhauses platziert. Die Explosion verletzte drei Personen, darunter den in der Ukraine geborenen Geschäftsmann Vadim Ermolaev, der Sanktionen der Ukraine unterliegt. Zwei Opfer wurden schwer verletzt. Die monegassischen Behörden leiteten Ermittlungen wegen versuchten Mordes, der Platzierung eines Sprengsatzes an einem öffentlichen Ort und krimineller Verschwörung ein. Ein terroristischer Hintergrund wurde ausgeschlossen. Der Anschlag wird als gezielte Operation behandelt.
Ein Verdächtiger, der sich als Mann verkleidet hatte
Zunächst gingen die Ermittler davon aus, einen Mann zu suchen. Aufnahmen von Überwachungskameras zeigten eine korpulente Person mit einem dunklen, langärmeligen Oberteil, hellen Shorts und einem schwarzen Fischerhut. Eine umfassendere Auswertung der Aufnahmen und eine Zeugenaussage lenkten die Ermittlungen schließlich auf eine als Mann verkleidete Frau. Anastasiia Berezovska wurde identifiziert. Interpol erließ eine internationale Fahndungsausschreibung (Red Notice) gegen sie. Sie wurde als 39-jährige Ukrainerin mit dunklen Haaren beschrieben, die Deutsch sprach und eine Tätowierung am rechten Arm hatte – möglicherweise eine Schlange –, die sich von der Schulter bis zum Ellbogen erstreckte.
Eine Flucht, deren Verlauf sich über Monaco, Frankreich, Italien und Deutschland erstreckt.
Nach der Explosion verließ die mutmaßliche Täterin Monaco Berichten zufolge zu Fuß in Richtung Frankreich. Die Ermittler verfolgten ihre Route über Italien und mehrere andere europäische Länder bis nach Deutschland, wo sie wohnte. Ein Mietwagen mit deutschen Kennzeichen wurde identifiziert. In der Nähe von Frankfurt wurden eine Wohnung, die mit der Verdächtigen in Verbindung stand, sowie ein von ihr genutztes Auto durchsucht. Die monegassischen Ermittler gehen davon aus, dass die Tat nicht spontan verübt wurde. Der Sprengsatz wurde offenbar ferngesteuert gezündet. Die technische Raffinesse des Sprengsatzes und die organisierte Flucht lassen auf die Beteiligung von Komplizen oder Auftraggebern schließen.
Vadim Ermolaev, ein Geschäftsmann, der unter Sanktionen steht
Vadim Ermolaev stammt aus Dnipro. Er gilt als Gründer der Alef Corporation und einer der bedeutendsten Immobilienentwickler der Stadt. Lange Zeit zählte er zu den reichsten Männern der Ukraine. 2019 gab er seine ukrainische Staatsbürgerschaft auf und nahm einen zypriotischen Pass an. 2023 wurde er mit ukrainischen Sanktionen belegt. Sein Name war bereits im Zuge journalistischer Recherchen über ukrainische Geschäftsleute aufgetaucht, die sich während des Krieges an der französischen Riviera niedergelassen hatten. Der Anschlag in Monaco hat seine Herkunft, seine Unternehmen und seine Netzwerke in den Mittelpunkt eines mittlerweile internationalen Falls gerückt.