Netanjahu befiehlt einen tieferen israelischen Militärvorstoß in den Libanon gegen die Hisbollah.
Netanjahu befiehlt einen tieferen israelischen Militärvorstoß in den Libanon gegen die Hisbollah.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat am Sonntag der israelischen Armee befohlen, ihre Offensive im Südlibanon gegen die Hisbollah auszuweiten, trotz der vor mehr als sechs Wochen zwischen den beiden Seiten vereinbarten Waffenruhe.

Diese Entscheidung fällt inmitten erneuter Spannungen an der israelisch-libanesischen Grenze. Laut israelischer Armee haben ihre Streitkräfte die Kontrolle über Schloss Beaufort, eine fast neunhundert Jahre alte historische Festung, sowie über einen strategisch wichtigen Höhenzug im Südlibanon übernommen. Dieses Gebiet ist von besonderer symbolischer Bedeutung, da Israel diesen Sektor bereits vor seinem Rückzug aus dem Libanon im Jahr 2000 besetzt hielt.

Benjamin Netanjahu erklärte, Israel werde seine Kontrolle über die von der Hisbollah, einer vom Iran unterstützten bewaffneten Gruppe, genutzten Gebiete verstärken. Der israelische Verteidigungsminister gab außerdem bekannt, dass die israelischen Streitkräfte ihre Präsenz in der Beaufort-Region aufrechterhalten würden.

Die militärische Eskalation erfolgte nach einem Tag, der von schweren Raketen- und Drohnenangriffen der Hisbollah auf Nordisrael geprägt war. Israelische Behörden bezeichneten die Angriffe als einige der heftigsten seit Inkrafttreten der Waffenruhe im April. Mehrere Städte im Norden des Landes wurden unter Sicherheitsbeschränkungen gestellt, und Schulen wurden vorübergehend geschlossen.

Nach Angaben der libanesischen Behörden haben die Kämpfe seit Beginn der Feindseligkeiten am 2. März im Libanon zum Tod von mehr als 3.370 Menschen geführt. Zudem wurden durch die Auseinandersetzungen mehr als 1,2 Millionen Menschen im ganzen Land vertrieben.

Israel seinerseits gibt an, in diesem Zeitraum 24 Soldaten und vier Zivilisten verloren zu haben. Angriffe der Hisbollah haben zudem Zehntausende Bewohner Nordisraels zur Flucht gezwungen.

Die israelische Armee gab bekannt, dass einer ihrer Soldaten bei Operationen im Libanon getötet wurde. Die Hisbollah hat ihrerseits noch nicht offiziell auf die Ankündigung der Ausweitung der israelischen Offensive reagiert.

Diese neue Phase der Militäroperationen weckt Befürchtungen einer Eskalation des regionalen Konflikts, der bereits durch den Krieg zwischen Israel und Iran sowie durch die zunehmende Beteiligung von mit Teheran verbündeten Gruppen in mehreren Ländern des Nahen Ostens angeheizt wurde.

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