Der UN-Sicherheitsrat hat einstimmig beschlossen, das Mandat der UN-Unterstützungsmission in Afghanistan (UNAMA) um ein weiteres Jahr zu verlängern. Diese Entscheidung erfolgt vor dem Hintergrund einer anhaltenden schweren humanitären Krise in dem Land und des fortwährenden Drucks der internationalen Gemeinschaft auf die Taliban-Führung.
Die von China entworfene und von den 15 Mitgliedern des Sicherheitsrats gebilligte Resolution fordert den UN-Generalsekretär außerdem auf, eine umfassende strategische Überprüfung der Mission durchzuführen. Ein Bericht mit den Ergebnissen dieser Überprüfung soll bis Ende März vorgelegt werden.
Seit ihrer Rückkehr an die Macht in Kabul im Jahr 2021 haben die Taliban zahlreiche Einschränkungen für afghanische Frauen und Mädchen verhängt. Der Zugang zu Bildung, Beschäftigung und bestimmten öffentlichen Aktivitäten wurde erheblich eingeschränkt, was wiederholte Verurteilungen von zahlreichen Ländern und internationalen Organisationen zur Folge hatte.
Chinas UN-Botschafter Fu Cong erklärte, Peking hoffe, dass die afghanischen Behörden ehrgeizigere Maßnahmen im Bereich der Menschenrechte, insbesondere der Frauenrechte, ergreifen würden. Er rief die afghanische Regierung außerdem dazu auf, sich international offener, inklusiver und verantwortungsbewusster zu präsentieren.
Auch die Situation afghanischer Frauen, die für die Vereinten Nationen arbeiten, wurde angesprochen. China und mehrere andere Länder fordern uneingeschränkten Zugang zu den UN-Arbeitsplätzen für diese Mitarbeiterinnen, deren Anwesenheit in UN-Einrichtungen von den Taliban eingeschränkt wird.
Die Vereinigten Staaten unterstützten die Verlängerung der Mission und begrüßten gleichzeitig die Aussicht auf eine strategische Überprüfung ihrer Operationen. Die US-Abgeordnete Jennifer Locetta erklärte, UNAMA solle ein fokussierteres Mandat erhalten, das besser auf die aktuellen Ziele der Organisation abgestimmt sei.
Washington bekräftigte außerdem seine Kritik an den Taliban und forderte sie auf, ihre Verpflichtungen zur Bekämpfung des Terrorismus einzuhalten, die Grundrechte der Bevölkerung zu gewährleisten und die sogenannte „Geiseldiplomatie“ zu beenden, womit die Inhaftierung amerikanischer Staatsbürger in Afghanistan gemeint ist.
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