Der 90-jährige Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde hat ein Dekret erlassen, mit dem er Präsidentschaftswahlen für das erste Quartal 2027 ansetzt, ohne jedoch anzugeben, ob er eine weitere Amtszeit anstreben wird.

Mahmud Abbas kündigt Präsidentschaftswahlen für die Palästinensische Autonomiebehörde Anfang 2027 an.
Mahmud Abbas kündigt Präsidentschaftswahlen für die Palästinensische Autonomiebehörde Anfang 2027 an.

Mahmud Abbas gab am Montag bekannt, dass Anfang 2027 Präsidentschaftswahlen in den Palästinensischen Autonomiegebieten stattfinden werden. Das offizielle Dekret wurde von der Nachrichtenagentur Wafa veröffentlicht. Der 90-jährige palästinensische Präsident bekleidet das Amt seit Januar 2005, als er die Nachfolge von Jassir Arafat, dem ersten Präsidenten der Palästinensischen Autonomiebehörde, antrat, der wenige Monate zuvor verstorben war. Abbas äußerte sich nicht dazu, ob er für eine Wiederwahl kandidieren wird. Auch die Parlamentswahlen sind für Ende 2027 geplant.

Eine zwanzigjährige Amtszeit ohne Wahl

Diese Wahl fände mehr als zwanzig Jahre nach der letzten palästinensischen Präsidentschaftswahl statt. Mahmud Abbas ist somit seit zwei Jahrzehnten ohne demokratische Erneuerung im Amt. Die politische Lage ist weiterhin von anhaltenden Spannungen in den palästinensischen Gebieten und der Spaltung zwischen der Palästinensischen Autonomiebehörde im Westjordanland und der Hamas im Gazastreifen geprägt. Die Ankündigung dieser Wahl könnte als Versuch gewertet werden, das gegenwärtige Regime neu zu legitimieren, doch die Bedingungen, unter denen sie stattfinden wird, sind weiterhin ungewiss.

Modalitäten und Machbarkeit ungewiss

Die Veröffentlichung dieses Dekrets legt weder das genaue Wahlverfahren noch den genauen Termin innerhalb des ersten Quartals 2027 fest. Beobachter bezweifeln angesichts der Sicherheitslage und der politischen Spaltung zwischen den palästinensischen Fraktionen die Durchführbarkeit dieser Wahl. Mahmud Abbas' Schweigen über seine persönlichen Absichten nährt Spekulationen über einen möglichen Machtwechsel oder, im Gegenteil, über eine erneute Kandidatur trotz seines hohen Alters.

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