Spanien sieht sich mit einem deutlich größeren Anstieg der Anträge auf Legalisierung des Aufenthaltsstatus von Migranten ohne gültige Papiere konfrontiert als erwartet. Die Regierung gab bekannt, im Rahmen ihrer Legalisierungskampagne rund 900.000 Anträge erhalten zu haben – fast doppelt so viele wie die ursprünglich von den Behörden prognostizierten 500.000.
Dieses Programm, das Hunderttausenden von Menschen den Weg aus der Schattenwirtschaft in den regulären Arbeitsmarkt ebnen sollte, war ein voller Erfolg. Während mehrere europäische Länder ihre Einwanderungspolitik in den letzten Jahren verschärft haben, setzt Spanien weiterhin auf einen offeneren Ansatz in der Einwanderungspolitik.
Laut der Flüchtlingshilfsorganisation CEAR könnte die Gesamtzahl der Anträge bis zum Programmende in zwei Wochen sogar eine Million übersteigen. Diese starke Mobilisierung verdeutlicht das Ausmaß der von dem Regularisierungsprozess betroffenen Bevölkerung und das große Interesse daran.
Die spanische Regierung sieht in dieser Initiative einen Weg, den Bedürfnissen der nationalen Wirtschaft gerecht zu werden. In den letzten Jahren verzeichnete Spanien ein höheres Wachstum als viele seiner europäischen Partner, was vor allem auf den Zuzug von Arbeitsmigranten in Branchen mit Arbeitskräftemangel, wie das Gastgewerbe, die Gastronomie und die Altenpflege, zurückzuführen ist.
Seit dem Start des Programms im April haben die Behörden bereits rund 360.000 befristete Arbeitserlaubnisse erteilt, was fast 40 % der eingegangenen Anträge entspricht. Die Antragsteller dürfen ihre Arbeit legal aufnehmen, sobald ihr Antrag offiziell zur Prüfung angenommen wurde.
Spanische Regierungsvertreter gehen davon aus, dass diese Regularisierung auch die öffentlichen Finanzen durch höhere Sozialversicherungsbeiträge und Steuereinnahmen stärken könnte. Die Integration von zuvor im informellen Sektor Beschäftigten gilt als wichtiger Hebel zur Stützung des Arbeitsmarktes und zur Deckung des demografischen Bedarfs des Landes.
Da sich das Programm dem Ende nähert, bereiten sich die Behörden auf die Bearbeitung einer Rekordzahl von Fällen vor. Das Endergebnis könnte diese Kampagne zu einer der größten Operationen zur Regularisierung von Einwanderungsstatus machen, die jemals in Europa durchgeführt wurden.
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