Der von Emmanuel Macron geleitete Nuklearpolitische Rat entschied am Mittwoch für den Bau von zwei EPR2-Reaktoren im Kernkraftwerk Bugey im Département Ain. Diese Entscheidung ist Teil des nationalen Programms zum Bau von acht Reaktoren der neuen Generation in Frankreich. Jean Deguerry, Präsident des Départementrats von Ain, begrüßte die Ankündigung als große Chance für die regionale Wirtschaft, insbesondere im Hinblick auf die Schaffung von Arbeitsplätzen. Auch andere Standorte, wie Saint-Paul-Trois-Vallées im Département Drôme und Creys-Mépieu im Département Isère, wo sich das Kernkraftwerk Tricastin bzw. das ehemalige Kernkraftwerk Creys-Malville (das sich derzeit im Rückbau befindet) befindet, hatten Interesse an der Ansiedlung einiger dieser zukünftigen Reaktoren bekundet.
Ein bereits strukturiertes industrielles Ökosystem
Die Region Auvergne-Rhône-Alpes verfügt bereits über ein gut strukturiertes Ökosystem der Nuklearindustrie. Laut einer im September 2025 veröffentlichten und von lokalen Wirtschaftsakteuren erstellten Übersicht sind fast 1 regionale Unternehmen in diesem Sektor tätig. Um diese wirtschaftlichen Vorteile zu festigen, hat ein im November 2017 im Umfeld des Kernkraftwerks Bugey gegründetes Koordinierungsgremium in den vergangenen neun Jahren rund 300 Akteure aus den Départements Ain, Isère und Rhône zusammengebracht. Diese Struktur, die 2025 durch eine Arbeitsgruppe für lokale Belange, einschließlich einer Komponente für Ökologie und Umwelt, erweitert wurde, konzentriert sich auf Beschäftigung, Ausbildung und die Einbindung lokaler Unternehmen in Branchenprojekte.
Ziel ist die Dekarbonisierung bis 2035
Laut Jean Deguerry werden diese beiden neuen Reaktoren zum nationalen Ziel beitragen, bis 2035 eine vollständig CO₂-freie Stromerzeugung zu erreichen, basierend auf einem Energiemix aus gleichen Teilen Kernenergie und erneuerbaren Energien. Der Bauzeitplan und die genauen Auswirkungen auf die lokale Beschäftigung müssen noch festgelegt werden, doch gewählte Vertreter und Wirtschaftsakteure der Region zeigen sich entschlossen, diese strategische Entscheidung zu nutzen. Die Herausforderung besteht darin, diese politische Entscheidung in konkrete Chancen für den Wirtschaftsraum Bugey und die angrenzenden Regionen umzusetzen.
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