Der bolivianische Präsident Rodrigo Paz kündigte am Mittwoch eine bevorstehende Umbildung seiner Regierung an, während Bolivien seit mehreren Wochen von Protesten gegen Sparmaßnahmen und die sich verschlechternde Wirtschaftslage erschüttert wird.
„Wir werden die Regierung umstrukturieren“, sagte Paz auf einer Pressekonferenz, ohne jedoch den Zeitpunkt oder den Umfang der Ministerwechsel zu nennen.
Seit Anfang Mai verschärfen sich die sozialen Spannungen im Land. Die Proteste, die sich zunächst auf Streiks beschränkten, haben sich landesweit ausgebreitet und werden von Gewerkschaften, Bergleuten, Transportarbeitern und ländlichen Gruppen unterstützt. Die Demonstranten prangern die steigenden Lebenshaltungskosten an und fordern mehr Wirtschaftshilfe; einige verlangen sogar den Rücktritt des Präsidenten.
In diesem Zusammenhang wies die bolivianische Regierung auch die kolumbianische Botschafterin Elizabeth Garcia aus und warf Bogotá Einmischung in die inneren Angelegenheiten des Landes vor.
Die Entscheidung folgt auf Äußerungen des kolumbianischen Präsidenten Gustavo Petro, der die Unruhen in Bolivien als „Volksaufstand“ bezeichnete und Dialog und Vermittlung vorschlug.
Das bolivianische Außenministerium erklärte, diese Äußerungen verletzten die nationale Souveränität. Petro entgegnete, die diplomatische Ausweisung zeige eine Hinwendung zum „Extremismus“.
Die Vereinigten Staaten und die Europäische Union haben die verschiedenen Parteien aufgefordert, dem Dialog Priorität einzuräumen, um eine Eskalation der politischen und sozialen Krise in diesem südamerikanischen Land zu vermeiden.
Gemeinschaft
Bemerkungen
Die Kommentarfunktion ist geöffnet, aber vor Spam geschützt. Beiträge und Kommentare mit Links werden manuell geprüft.
Sei der Erste, der diesen Artikel kommentiert.