Der indische Ingenieur und Aktivist Sonam Wangchuk beendete seinen Hungerstreik am 23. Juli nach 26 Tagen des Fastens, nachdem er von der Regierung die Zusicherung erhalten hatte, dass keine rechtlichen Schritte gegen die Protestierenden eingeleitet würden.
Sonam Wangchuk, 59, eine in Indien als „Sonam Sir“ bekannte und hochangesehene Persönlichkeit, gab im Erwachsenenfernsehsender X das Ende seines Hungerstreiks bekannt. Er nannte als Grund „lange Verhandlungen über verschiedene Bedingungen“ und den Wunsch, „mögliche Gewalt im Land“ zu vermeiden. Berichten zufolge wurde ihm von der Regierung zugesichert, dass gegen die Demonstranten, die sich am Jantar Mantar in Delhi versammelt hatten, keine rechtlichen Schritte eingeleitet würden.
Der Aktivist hatte seinen Hungerstreik zur Unterstützung der Cockroach Janta Party (CJP) begonnen, einer Jugendbewegung, die den Rücktritt von Bildungsminister Dharmendra Pradhan fordert. Vor dem Ende seines Hungerstreiks erklärte Wangchuk, er habe elf Kilogramm abgenommen, sei aber „noch am Leben“. Am vergangenen Samstag wurde er gewaltsam von einer Kundgebung in Delhi entfernt und ins Krankenhaus gebracht, wo ihn der Gesundheitsminister und der Minister für Staatsangelegenheiten besuchten.
CJP-Gründer Abhijeet Dipke begrüßte die Entscheidung des Aktivisten: „Wir sind erleichtert und dankbar, dass Sonam Sir seinen Hungerstreik nach 26 Tagen beendet hat.“ Er stellte jedoch klar, dass die Mobilisierung weitergehen werde: „Der friedliche Protest der Kakerlaken-Janta-Partei am Jantar Mantar wird so lange andauern, bis Dharmendra Pradhan zurücktritt.“
Die CJP entstand im Mai als satirische Online-Bewegung, um durchgesickerte Prüfungsfragen und andere Unregelmäßigkeiten bei den wichtigsten nationalen Auswahlprüfungen des Landes anzuprangern. Auslöser war die Absage einer Aufnahmeprüfung für ein Medizinstudium Anfang Mai nach einem Leck. Die Protestierenden, die sich selbst als „Kakerlaken“ bezeichnen, fordern den Minister auf, moralische Verantwortung zu übernehmen und zurückzutreten.
Die Demonstrationen in der indischen Hauptstadt dauern trotz des Polizeieinsatzes am Montag beim Marsch zum Parlament an, bei dem zahlreiche Demonstranten und Polizisten verletzt wurden. Die Bewegung gilt mittlerweile als einer der sichtbarsten Proteste gegen die Regierung von Premierminister Narendra Modi, der seit 2014 an der Macht ist.
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