Der Großbrand, der am Mittwoch in Saumos ausbrach, breitet sich weiter im nördlichen Becken von Arcachon aus. Innerhalb von nur gut 24 Stunden vernichteten die Flammen 3.700 Hektar Wald und erreichten nacheinander die Gebiete von Le Porge und Lège-Cap-Ferret. Knapp 19.000 Anwohner und Urlauber wurden evakuiert.
800 Feuerwehrleute und sechs Flugzeuge im Einsatz
Um 19:00 Uhr waren 800 Feuerwehrleute im Einsatz, unterstützt von sechs Flugzeugen, darunter zwei Canadair-Löschflugzeuge und eine Dash 8. Die Einsatzkräfte kämpfen gegen immer wieder aufflammende Brände, da das Feuer weiterhin sehr instabil ist. Nördlich der Stadt Lège konnte das Feuer eingedämmt werden, ist aber noch nicht unter Kontrolle. Hohe Temperaturen, trockene Vegetation und wechselnde Winde erschweren die Löscharbeiten.
Die Flammen erreichen Lège-Cap-Ferret
Am Abend erreichte das Feuer die Gegend um den Friedhof in Lège-Cap-Ferret. Mehrere Häuser wurden beschädigt, und die Feuerwehrleute bekämpften die Flammen Haus für Haus, um die gefährdeten Wohngebiete zu schützen. Das Rathaus ordnete an, dass die Bewohner, die sich noch in ihren Häusern befanden, unbedingt drinnen bleiben mussten. Der Verkehr wurde stark eingeschränkt, um die Straßen für die Einsatzfahrzeuge freizuhalten.
Bei einer Explosion wurde ein Feuerwehrmann verletzt.
Bei einem Hausbrand in Lège-Cap-Ferret wurde ein Feuerwehrmann durch eine Gasexplosion verletzt. Sein Zustand ist noch unklar. Das Ausmaß des Schadens ist noch nicht absehbar. Ein Einfamilienhaus war bereits am Vormittag vollständig zerstört worden, drei weitere wurden durch die Flammen beschädigt, und ein Wohnwagen brannte nieder.
Tausende Urlauber evakuiert
Insgesamt mussten 18.800 Menschen ihre Häuser, Campingplätze oder Ferienwohnungen verlassen. Die Evakuierungen betrafen vor allem Le Porge, Claouey und mehrere touristische Einrichtungen entlang der Straße nach Cap-Ferret. Rund 3.500 Bewohner eines Campingplatzes in Claouey wurden umgesiedelt. In den Nachbarorten wurden etwa fünfzehn Notunterkünfte für die Evakuierten eingerichtet.
Ein zufälliger Ursprung ist die wahrscheinlichste Erklärung.
Die Ermittlungen deuten auf eine Brandursache durch Menschen und einen Unfall hin. Das Feuer könnte durch den Einsatz von Rodungsgeräten in der Gegend um Saumos ausgelöst worden sein. Sämtliche Forstarbeiten mit Verbrennungsmotoren sind im Département Gironde bis auf Weiteres verboten. Die Behörden befürchten weiterhin ein Wiederaufflammen des Feuers über Nacht, da die Temperaturen in Südwestfrankreich voraussichtlich hoch bleiben werden.