Bewohner des Gazastreifens dürfen aufgrund von Grenzschließungen weiterhin nicht die Pilgerfahrt nach Mekka unternehmen oder an rituellen Opfergaben im Zusammenhang mit einem wichtigen muslimischen Feiertag teilnehmen, wie aus Zeugenaussagen und Informationen aus dem Gebiet hervorgeht.
Im südlichen Gazastreifen, in einem Lager für Binnenvertriebene in Khan Younis, vertraut die 64-jährige Najia Abu Lehia an, dass sie eine doppelte Last trägt: die Trauer um ihren Mann, der im Krieg gefallen ist, und die Unmöglichkeit, die Pilgerfahrt nach Mekka mit ihm wie geplant zu unternehmen. Wie viele Palästinenser war auch sie vor dem Konflikt für die Pilgerfahrt nach Mekka in Saudi-Arabien ausgewählt worden, doch der Krieg machte dies unmöglich.
Die Hadsch ist eine der fünf Säulen des Islam und eine religiöse Pflicht für jeden Muslim, der körperlich und finanziell dazu in der Lage ist, sie mindestens einmal im Leben zu vollziehen. Vor dem Ausbruch des Krieges zwischen Israel und der Hamas im Jahr 2023 reisten jährlich etwa 3.000 Pilger aus Gaza zu dieser Pilgerfahrt nach Saudi-Arabien.
Seitdem sind Reisen trotz des im vergangenen Oktober von den USA vermittelten Waffenstillstands, der Hoffnungen auf eine schrittweise Rückkehr zur Reisefreiheit geweckt hatte, weiterhin stark eingeschränkt. Diese Erwartungen wurden weitgehend enttäuscht, da die Beschränkungen größtenteils bestehen bleiben.
Im Februar genehmigte Israel die teilweise Wiedereröffnung des Grenzübergangs Rafah zu Ägypten, dem wichtigsten Zugang des Gazastreifens zur Außenwelt. Allerdings sind wöchentlich nur wenige hundert Grenzübertritte erlaubt, hauptsächlich für Kranke und eine begrenzte Anzahl von Begleitpersonen, sodass die Mehrheit der Bewohner das Gebiet weiterhin nicht verlassen kann.
In diesem Zusammenhang sind auch religiöse Feierlichkeiten betroffen, insbesondere die Riten des Opferfestes (Eid al-Adha), für die laut Berichten keine Opfertiere in das Gebiet eingeführt werden dürfen. Die humanitäre Lage und die Bewegungseinschränkungen verschärfen weiterhin die Spannungen zwischen Israel und der Hamas, insbesondere hinsichtlich des Zugangs zu Hilfsgütern und Nahrungsmitteln im palästinensischen Gebiet.
Gemeinschaft
Bemerkungen
Die Kommentarfunktion ist geöffnet, aber vor Spam geschützt. Beiträge und Kommentare mit Links werden manuell geprüft.
Sei der Erste, der diesen Artikel kommentiert.