London schlägt einen gemeinsamen Warenmarkt mit der EU vor, Brüssel lehnt strenge Auflagen ab
London schlägt einen gemeinsamen Warenmarkt mit der EU vor, Brüssel lehnt strenge Auflagen ab

Die britische Regierung hat die Schaffung eines gemeinsamen Warenmarktes mit der Europäischen Union vorgeschlagen – eine Initiative, die eine grundlegende Neugestaltung der Beziehungen zwischen London und Brüssel nach dem Brexit bedeuten würde. Laut mehreren britischen Medienberichten wurde dieser Vorschlag jedoch von der Europäischen Kommission abgelehnt, die angeblich andere, stärker integrierte Optionen bevorzugt.

Laut Informationen, die insbesondere von der GuardianDer britische Vorschlag zielt darauf ab, den Warenhandel zu erleichtern, ohne die Freizügigkeit von Personen wiederherzustellen – einen der umstrittensten Punkte, die zum Brexit führten. Dieser Ansatz spiegelt den Wunsch der Regierung von Keir Starmer wider, Handelshemmnisse abzubauen, gleichzeitig aber bestimmte politische rote Linien beizubehalten.

Aus europäischer Sicht wäre diese Idee jedoch keine ausreichende Grundlage für eine neue Wirtschaftsarchitektur. Die Europäische Union hätte stattdessen vorgeschlagen, dass das Vereinigte Königreich einer Zollunion beitritt oder eine engere regulatorische Angleichung im Rahmen des Europäischen Wirtschaftsraums akzeptiert – ein Rahmen, der stärkere Beschränkungen für Handels- und Wirtschaftsregeln mit sich bringen würde.

Eine solche Option würde für London ein großes politisches Problem darstellen, da sie möglicherweise eine zumindest teilweise Rückkehr zu Verpflichtungen bedeuten würde, die denen der EU-Mitgliedschaft sehr ähnlich sind, insbesondere im Hinblick auf die Freizügigkeit der Arbeitnehmer, deren Wiedereinführung die britische Regierung weiterhin ablehnt.

Britische Beamte, die von der Zeitung zitiert wurden Guardian Sie gehen jedoch davon aus, dass der Vorschlag eines Binnenmarktes für Waren noch nicht gänzlich vom Tisch ist und weiterhin zu den Gesprächsthemen im Vorfeld des für Juli geplanten EU-UK-Gipfels gehört. Die Verhandlungen dauern demnach noch an, und eine endgültige Position wurde bisher nicht erreicht.

Ein Sprecher des britischen Kabinetts bestätigte, dass die Regierung in Vorbereitung auf den Gipfel an einem umfangreichen Maßnahmenpaket arbeite, das unter anderem ein sanitäres und phytosanitäres Abkommen für den Lebensmittelhandel sowie einen Mechanismus für das Emissionshandelssystem umfasse. Brüssel hat diese Informationen bisher nicht offiziell kommentiert.

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