Nachmittagsaktivitäten: Emmanuel Grégoire wird Rachida Dati im Namen der Stadt Paris wegen Verleumdung verklagen.
Nachmittagsaktivitäten: Emmanuel Grégoire wird Rachida Dati im Namen der Stadt Paris wegen Verleumdung verklagen.

Der Pariser Stadtrat hat Bürgermeister Emmanuel Grégoire ermächtigt, eine Verleumdungsklage gegen Rachida Dati einzureichen. Hintergrund sind mehrere Äußerungen der ehemaligen rechtsgerichteten Kommunalkandidatin im Zusammenhang mit dem Skandal um die Nachmittagsbetreuung. Die Klage, die im Namen der Stadt Paris eingereicht wird, richtet sich gegen Kommentare im sozialen Netzwerk X, in denen der Stadt vorgeworfen wird, von schwerwiegendem Fehlverhalten gewusst und nicht gehandelt zu haben.

Rachida Dati hatte insbesondere behauptet, Emmanuel Grégoire sei seit 2015 über Berichte bezüglich des Personals von Nachmittagsprogrammen informiert gewesen und habe die Möglichkeit einer strafrechtlichen Verantwortung der Stadt angesprochen. Sie hatte dem städtischen Team außerdem vorgeworfen, Leiter von Aktivitäten, die des sexuellen Missbrauchs verdächtigt wurden, wissentlich versetzt zu haben, ohne die Behörden einzuschalten. Die Stadtverwaltung ist der Ansicht, dass diese Aussagen ihrem Ansehen schaden.

Eine Beschwerde, die den Pariser Stadtrat spaltet

Während der Debatten übte die Opposition scharfe Kritik an dieser Initiative. Rechtsgerichtete Politiker prangerten eine von Steuergeldern finanzierte „SLAPP-Klage“ an, während die linke Abgeordnete Sophia Chikirou argumentierte, Emmanuel Grégoire hätte in eigenem Namen rechtliche Schritte einleiten müssen, wenn er seine Ehre persönlich bedroht sah.

Die Situation der Nachmittagsbetreuung in Paris gibt weiterhin Anlass zu großer Sorge. Seit Jahresbeginn wurden 132 Betreuer entlassen, 52 davon aufgrund von Ermittlungen wegen des Verdachts auf sexuelle oder geschlechtsspezifische Gewalt. Als Reaktion darauf hat die Stadt Paris ein Reformprogramm im Umfang von 20 Millionen Euro aufgelegt. Eine Informationsmission des Pariser Stadtrats sowie eine unabhängige Kommission unter dem Vorsitz des ehemaligen Jugendrichters Antoine Garapon setzen ihre Arbeit fort, um die festgestellten Probleme umfassend zu untersuchen.

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