Washington ist besorgt über möglichen chinesischen Einfluss bei einem strategischen 10-Milliarden-Dollar-Vertrag in Argentinien.
Washington ist besorgt über möglichen chinesischen Einfluss bei einem strategischen 10-Milliarden-Dollar-Vertrag in Argentinien.

Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des US-Repräsentantenhauses, Brian Mast, warnte US-Außenminister Marco Rubio vor einem von ihm als Versuch bezeichneten chinesischen Einfluss auf eine strategische Ausschreibung in Argentinien, wie aus einem Reuters vorliegenden Schreiben hervorgeht.

Der Fall betrifft einen 25-Jahres-Vertrag zur Ausbaggerung und zum Ausbau des Paraná-Flusses, einer wichtigen Transportader für argentinische Agrarexporte. Die argentinische Regierung schätzt das Investitionsvolumen dieses Projekts auf bis zu 10 Milliarden US-Dollar. Eine endgültige Entscheidung wird in den kommenden Tagen erwartet.

In seinem Schreiben vom 23. April behauptet Brian Mast, China versuche, die Vergaberegeln durch private Akteure zu umgehen. Die Ausschreibungsunterlagen untersagten staatseigenen Unternehmen ausdrücklich die Teilnahme und schlossen damit chinesische Staatskonzerne faktisch aus.

Die Vorwürfe richten sich vor allem gegen Jan De Nul, ein belgisches Unternehmen, das sich um den Auftrag bewirbt und seit langem die Wasserstraße des Paraná betreibt. Laut US-Abgeordneten unterhält das Unternehmen enge Verbindungen zu chinesischen Firmen über Servimagnus, ein Mitglied des Konsortiums, das ein Angebot abgegeben hat.

Beide Unternehmen haben diese Anschuldigungen entschieden zurückgewiesen und sie als „böswillige Lüge“ bezeichnet. Jegliche Verbindung zur chinesischen Regierung wurde bestritten. Bislang wurden keine öffentlichen Beweise vorgelegt, die diese Verdächtigungen stützen.

Jan De Nul steht im Wettbewerb mit einem Konsortium unter der Führung von DEME, in Partnerschaft mit dem amerikanischen Fonds KKR & Co und Great Lakes Dredge & Dock Corp. Gemäß dem im Bieterverfahren verwendeten Bewertungssystem galt Jan De Nul zuvor als Favorit.

Die Verwaltung von Donald TrumpAls enger Vertrauter des argentinischen Präsidenten Javier Milei beobachtet er die Ausweitung des chinesischen Einflusses in Lateinamerika genau. China war bis vor Kurzem Argentiniens zweitgrößter Handelspartner, was Washingtons strategische Bedenken in der Region verstärkt.

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