Israel gab am Donnerstag die Ausweisung aller ausländischen Aktivisten bekannt, die an Bord der „Gaza-Flottille“ festgenommen worden waren. Die Flottille war drei Tage zuvor von der israelischen Marine auf See abgefangen worden. Das Außenministerium bestätigte die Maßnahme durch seinen Sprecher Oren Marmorstein, der erklärte: „Israel wird keine Verletzung der rechtmäßigen Seeblockade gegen Gaza dulden.“ Die Erklärung enthielt keine Angaben darüber, ob die Aktivisten vor ihrer Ausweisung vor Gericht gestellt wurden.
Ein umstrittenes Video löst Empörung aus
Die Affäre nahm für die israelische Regierung eine peinliche Wendung, nachdem am Mittwoch ein Video aufgetaucht war, das den Minister für nationale Sicherheit neben knienden, gefesselten Aktivisten zeigte. Die Aufnahmen, in denen der Minister triumphierend wirkte, lösten in mehreren Ländern Empörung aus. Auch innerhalb der israelischen Regierung selbst kam es zu Spannungen; mehrere Mitglieder kritisierten die Inszenierung als demütigend.
Das Abfangen dieser Flottille ist Teil der Seeblockade, die Israel seit Jahren um den Gazastreifen aufrechterhält. Die israelischen Behörden begründen diese Maßnahme mit Sicherheitsgründen, während humanitäre Aktivisten ein Embargo anprangern, das die Hilfslieferungen an die Bevölkerung im Gazastreifen behindert. Die rasche Ausweisung der Aktivisten scheint darauf abzuzielen, eine diplomatisch heikle Episode schnell zu beenden.
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