Revolut hat in Frankreich einen wichtigen Meilenstein erreicht. Das britische Fintech-Unternehmen gab am Montag, den 10. August, bekannt, dass die Revolut Bank SA nach einem Verfahren mit der Europäischen Zentralbank (EZB) und der französischen Aufsichtsbehörde für Banken und Finanzdienstleistungen (ACPR) eine vollständige Banklizenz in Frankreich erhalten hat. Bislang wurden französische Kunden hauptsächlich von der Revolut Bank UAB, der litauischen Banktochter des Konzerns, betreut.
Diese französische Lizenz könnte Revoluts Ambitionen in Frankreich grundlegend verändern. Das Unternehmen wird in der Lage sein, vor Ort ein deutlich breiteres Spektrum an Bankdienstleistungen anzubieten und sein Wachstum, insbesondere im Kredit- und Sparbereich, zu beschleunigen, mit der Aussicht auf eine schrittweise Erweiterung des Angebots. Die Herausforderung besteht nun darin, sich vom Image eines Zweitkontos oder einer Reisekarte zu lösen und für eine wachsende Zahl von Franzosen zur Hauptbank zu werden.
Revolut will nun direkt mit französischen Banken konkurrieren.
Die Bedrohung wird für die großen traditionellen französischen Banken daher deutlich unmittelbarer. BNP Paribas, Société Générale, Crédit Agricole und BPCE müssen sich einem digitalen Konkurrenten stellen, der bereits über einen großen Kundenstamm und erhebliche Investitionskapazitäten verfügt. Revolut gibt an, weltweit über 75 Millionen Kunden und in Westeuropa 30 Millionen zu haben, darunter 8 Millionen Neukunden allein im vergangenen Jahr.
Frankreich wird in dieser neuen Europastrategie eine zentrale Rolle spielen. Revolut plant, dort im Rahmen eines Programms mit einem Volumen von über einer Milliarde Euro für Westeuropa zu investieren und mehr als 600 Mitarbeiter in diesen Märkten einzustellen. Der Konzern kündigte außerdem die Eröffnung seiner neuen Westeuropa-Zentrale in Paris im Jahr 2027 an. Nach Frankreich wird die neue Struktur schrittweise weitere wichtige Märkte wie Deutschland, Italien, Spanien, Irland und Portugal betreuen.
Für Gründer und CEO Nik Storonsky dürfte diese Lizenz Revolut „die notwendigen Grundlagen für den Aufbau der nächsten Generation von Bankdienstleistungen“ in Westeuropa bieten. Für den französischen Markt steht viel auf dem Spiel: Nachdem Revolut mit Mobile Banking die Bankpraktiken revolutioniert hat, verfügt das Unternehmen nun über die regulatorischen Mittel, um deutlich direkter mit etablierten Banken zu konkurrieren. Der Kampf um die Vorherrschaft als führende Bank für die Franzosen könnte damit in eine neue Phase eintreten.
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