WIRTSCHAFT

Alstom sichert sich 2026 ein historisches Bahnprojekt in Portugal.

Alstom sichert sich 2026 ein historisches Bahnprojekt in Portugal.
Alstom sichert sich 2026 ein historisches Bahnprojekt in Portugal.

Alstom erhielt 2026 einen Auftrag im Wert von 1,03 Milliarden Euro von Comboios de Portugal, dem staatlichen Unternehmen für den Schienenpersonenverkehr. Der französische Konzern wird 153 Adessia Stream-Züge liefern, um den Regional- und Nahverkehr des Landes zu modernisieren.

Dieser Auftrag stellt die größte Zugbeschaffung in der Geschichte Portugals dar. Ein erster Vertrag über 117 Triebzüge wurde im Oktober 2025 unterzeichnet und später um 36 weitere Einheiten erweitert. Die ersten Züge sollen ab 2029 in Betrieb genommen werden.

Züge, die an die Bedürfnisse portugiesischer Reisender angepasst sind

Die zukünftige Flotte wird aus 98 Zügen für die S-Bahn-Netze von Lissabon, Porto und Cascais bestehen. Die übrigen 55 Züge werden auf Regionalstrecken eingesetzt. Jeder Zug wird aus drei Wagen bestehen und bis zu 450 Fahrgäste befördern können.

Die Züge werden stufenlos zugänglich sein und über einen ebenen Boden auf der gesamten Länge verfügen. Sie bieten außerdem WLAN und separate Abstellflächen für Rollstühle und Fahrräder. Organisationen, die sich für Barrierefreiheit einsetzen, waren am Planungsprozess beteiligt, um den Bedürfnissen der Fahrgäste bestmöglich gerecht zu werden.

Eine neue Eisenbahnfabrik in Portugal

Um diesen Auftrag zu erfüllen, wird Alstom in Matosinhos in der Region Porto ein Werk mit einer Fläche von über 20.000 Quadratmetern errichten. Dieser neue Standort wird in Partnerschaft mit dem portugiesischen öffentlichen Bauunternehmen DST einen Teil der Zugproduktion übernehmen.

Es sollen fast 300 direkte Arbeitsplätze in den Bereichen Ingenieurwesen, Produktion und technische Berufe geschaffen werden. Fünfzehn Prozent dieser Stellen sind für arbeitslose Jugendliche, Langzeitarbeitslose und Menschen mit Behinderungen oder gesundheitlichen Problemen reserviert.

Eine industrielle und ökologische Investition

Die neuen Züge wurden nach Ökodesign-Prinzipien entwickelt, die ihren gesamten Lebenszyklus berücksichtigen. Alstom gibt insbesondere eine Recyclingquote von über 95 % sowie digitale Systeme zur Reduzierung des Energieverbrauchs und zur Vereinfachung der Wartung bekannt.

Dieser Vertrag stärkt Alstoms Präsenz in Portugal, wo der Hersteller seit über dreißig Jahren ansässig ist, erheblich. Zwei von drei im Land verkehrenden Zügen wurden bereits von Alstom gefertigt oder nutzen dessen Technologien. Das Projekt soll Portugal nun ermöglichen, seinen veralteten Fahrzeugbestand zu erneuern und gleichzeitig eine eigenständige nationale Produktionskapazität für Schienenfahrzeuge aufzubauen.

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