Vierundvierzig Journalisten aus Burkina Faso, sowohl von öffentlichen als auch von privaten Medien, nahmen mehrtägiger Militärausbildung an der Polizeiakademie Pabré nahe Ouagadougou teil. Die von den Behörden als „patriotische Schulung“ bezeichnete Veranstaltung soll nun auf Anordnung der Junta unter Führung von Hauptmann Ibrahim Traoré jährlich stattfinden.
Die Teilnehmer, Männer und Frauen aus verschiedenen Regionen des Landes, absolvierten von Sonntag bis Freitag ein Training. Aufnahmen des öffentlich-rechtlichen Fernsehsenders RTB zeigten sie in Militäruniform, strammstehend oder mit Gewehren, sowie bei Sportübungen und gemeinsamem Singen. Kommunikationsminister Pingdwendé Gilbert Ouédraogo fragte sie, ob sie „patriotische und professionelle“ Journalisten werden wollten, und erklärte, dass Medienschaffende ohne Patriotismus eine Gefahr für ihr Land darstellten.
Eine Maßnahme, die Fragen zur Pressefreiheit aufwirft
Der Direktor der Polizeiakademie, Lassina Traoré, erklärt, dass diese Ausbildung Journalisten die operative Realität und die Werte der Verteidigungs- und Sicherheitskräfte näherbringen soll. Sicherheitsminister Mahamadou Sana möchte dies zu einer jährlichen Tradition machen und plant, das Programm schrittweise auf weitere Berufsgruppen auszuweiten. Eine ähnliche Ausbildung ist seit 2025 für Schulabgänger verpflichtend.
Diese Entscheidung fällt in eine Zeit zunehmender Informationskontrolle. Seit dem Putsch von 2022 wurden mehrere Medienunternehmen gesperrt, und die Militärführung behauptet, eine souveränistische Politik gegen westlichen Einfluss zu verfolgen. Die Regierung rechtfertigt ihre patriotische Mobilisierung mit der dschihadistischen Gewalt, die Burkina Faso seit 2015 heimsucht und Tausende Tote sowie Massenvertreibungen zur Folge hatte. Die Verpflichtung für Journalisten, eine militärische Ausbildung zu absolvieren, nährt jedoch Bedenken hinsichtlich ihrer Unabhängigkeit und des Spielraums für kritische Berichterstattung.
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