Abschaffung des „Passes“: Der Minister verteidigt die künstlerische Freiheit
Abschaffung des „Passes“: Der Minister verteidigt die künstlerische Freiheit

Die Kontroverse um die Absage von Alexis Michaliks Theaterstück „Passeport“ in Castres hat landesweite Dimensionen angenommen. Kulturministerin Catherine Pégard verurteilte am 16. Juni in der Nationalversammlung öffentlich die Entscheidung der von der Rassemblement National geführten Stadtverwaltung von Castres und argumentierte, ein Werk dürfe nicht aufgrund seines politischen Inhalts oder Themas abgelehnt werden.

Eine Entscheidung, die im Namen der Meinungsfreiheit angefochten wurde.

Die Aufführung von „Passeport“, die ursprünglich für Februar 2027 geplant war, wurde aus dem Kulturprogramm gestrichen, nachdem der Rassemblement National im vergangenen März das Rathaus von Castres besetzt hatte. Alexis Michaliks Stück erzählt unter anderem von Exilreisen und thematisiert Migration.

In der Nationalversammlung kritisierte Catherine Pégard auf eine Anfrage des Tarn-Abgeordneten Jean Terlier (Renaissance) die Absage der Veranstaltung. Sie begründete dies mit einer angeblichen Unvereinbarkeit des Veranstaltungsthemas mit der politischen Agenda der Gemeinde. Die Ministerin bekräftigte zudem, dass die künstlerische Freiheit seit einem Gesetz aus dem Jahr 2016 gesetzlich geschützt sei. Dieses Gesetz verpflichte sowohl den Staat als auch die Kommunen, die Programmfreiheit zu gewährleisten. Sie bezeichnete dieses Prinzip als einen der Grundpfeiler demokratischen Funktionierens.

Der Bürgermeister von Castres, Florian Azéma (RN), hatte seine Entscheidung einige Tage zuvor damit begründet, dass die Sendung seiner Meinung nach ein positives Bild der illegalen Einwanderung vermittle und ein fragwürdiges Bild der Strafverfolgungsbehörden zeige.

Es entstehen Umprogrammierungsvorschläge.

Die Absage hat zahlreiche politische und kulturelle Reaktionen ausgelöst. Die nordfranzösische Stadt Lomme unter der Führung des Sozialisten Olivier Caremelle kündigte an, das Stück bereits am 19. Dezember 2026 aufführen zu wollen. In einer von der AFP verbreiteten Erklärung verteidigte der gewählte Vertreter die Auffassung, dass Kultur ein Raum für Debatten und Widerstand gegen jede Form von Zensur bleiben müsse.

Laut einem Bericht von Libération könnte sich im Département Tarn eine weitere Lösung ergeben. Der Départementrat arbeitet an einer möglichen Neuansetzung der Ausstellung im Jahr 2027. Dessen Präsident, Christophe Ramond (Sozialistische Partei), äußerte den Wunsch, das Werk der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. In einer Pressemitteilung erinnerte er daran, dass Kultur nicht „zu einem Propagandainstrument im Dienste der herrschenden Macht“ werden dürfe und dass ein Werk diskutiert und nicht gelöscht werden solle.

Das von Alexis Michalik kreierte Stück Passeport wird auch weiterhin an anderen französischen Spielstätten aufgeführt.

Gemeinschaft

Bemerkungen

Die Kommentarfunktion ist geöffnet, aber vor Spam geschützt. Beiträge und Kommentare mit Links werden manuell geprüft.

Sei der Erste, der diesen Artikel kommentiert.

Antworten Sie auf diesen Artikel

Kommentare werden moderiert. Werbebotschaften, automatisierte E-Mails und missbräuchliche Links werden blockiert.

Ihr erster Kommentar oder jede Nachricht, die einen Link enthält, wird möglicherweise erst nach Genehmigung veröffentlicht.