Das Gefängnis Fleury-Mérogis, die größte Strafanstalt Europas, befindet sich in dieser Hitzeperiode in einer besonders schwierigen Lage. Bei einem Besuch des Parlaments beobachteten Abgeordnete in einigen Zellen Temperaturen von über 33 °C, und die Gefangenen beklagten entsetzliche Zustände. Einige Gefangene in Einzelhaft berichteten von schlecht belüfteten Zellen mit vernagelten Fenstern, in denen die Hitze fast unerträglich wird.
Obwohl die Gefängnisleitung verschiedene Maßnahmen zur Abmilderung der Auswirkungen der Hitzewelle ergriffen hat, wie beispielsweise den täglichen Zugang zu Duschen für weibliche Gefangene und klimatisierte Räume für Mütter mit ihren Babys, reichen diese Maßnahmen nicht aus, um die Überbelegung zu beheben. In den Männerzellen gibt es zwar Duschen, doch die hohen Temperaturen und der Platzmangel verschärfen weiterhin die Spannungen.
Rekordhohe Überbelegung erschwert das Gefängnismanagement
Die Einrichtung beherbergt derzeit fast 5.100 Insassen in einer für etwa 2.800 ausgelegten Zelle – eine deutliche Überbelegung. Aufgrund des Platzmangels liegen über 500 Matratzen auf dem Zellenboden. Diese Überbelegung erschwert die Einhaltung grundlegender Prinzipien wie Einzelbelegung und Trennung von verurteilten und in Untersuchungshaft befindlichen Gefangenen und behindert zudem die Instandhaltung der Einrichtung und die Schädlingsbekämpfung.
Das Gefängnispersonal schlägt Alarm wegen der Folgen dieser Situation. Sie befürchten, dass die Überbelegung, die durch Hitzewellen noch verschärft wird, Gewalt, Spannungen zwischen den Gefangenen und Schwierigkeiten im täglichen Betrieb begünstigt. Trotz der Bemühungen der Gefängnisleitung bleibt die chronische Überbelegung die größte Herausforderung für die Einrichtung – und das in einem Land, in dem Frankreich eine der höchsten Gefängnisbelegungsraten Europas aufweist.
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